AMD Aktie 903491 / US0079031078
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30.07.2026 21:02:00
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AMD-Aktie vor Schub? Wie AMD mit OpenAI, Anthropic und Microsoft angreifen will
Steht die AMD-Aktie vor dem KI-Durchbruch? CEO Lisa Su möchte den Chipriesen mit milliardenschweren Partnerschaften und neuen KI-Systemen in Richtung Wachstum treiben.
- AMD hat sich mit OpenAI und Anthropic milliardenschwere KI-Partner gesichert
- Auch Microsoft setzt künftig auf AMDs neue Helios-Rechnersysteme für KI-Inferenz
- Lisa Su baut zudem die Position im wachsenden Server-CPU-Markt konsequent aus
Die AMD-Aktie notiert im Handel an der NASDAQ zeitweise 13,12 Prozent höher bei 485,90 US-Dollar, nachdem es bereits am Vortag kräftige 5,52 Prozent auf 429,56 US-Dollar abwärts ging. Unabhängig von der jüngsten Kursschwäche hat AMD in den vergangenen Jahren einen tiefgreifenden Wandel vollzogen. CEO Lisa Su hat AMD strategisch neu ausgerichtet und die Position des Unternehmens im Markt für KI-Chips ausgebaut. Während AMD in der Anfangsphase des KI-Booms gegenüber dem Wettbewerber NVIDIA eine geringere Rolle gespielt habe, habe sich diese Ausgangslage nach Einschätzung von The Motley Fool in den vergangenen Jahren deutlich verändert.
Der OpenAI-Deal als Weichenstellung für die AMD-Aktie
Den Auftakt dieser Neupositionierung markiert laut The Motley Fool eine ungewöhnlich mutige Entscheidung: Su bot OpenAI im Oktober 2025 eine Beteiligung von bis zu 10 Prozent an AMD an. Im Gegenzug verpflichtete sich das Unternehmen hinter ChatGPT, Grafikprozessoren mit einer Gesamtleistung von 6 Gigawatt für den Betrieb seiner KI-Modelle abzunehmen - eine Vereinbarung, die AMD nach Unternehmensangaben Erlöse von mehr als 100 Milliarden US-Dollar über die kommenden Jahre einbringen könnte. Wichtiger als die reine Summe sei laut The Motley Fool jedoch , dass ein Auftrag dieser Grössenordnung OpenAI dazu zwinge, die hauseigene Softwareplattform ROCm tief in die eigene Infrastruktur zu integrieren. Kurze Zeit später habe Meta Platforms eine vergleichbare Vereinbarung unterzeichnet, was den Ansatz zusätzlich untermauert.
Anthropic und Microsoft als neue Grosskunden
Aktuell hat AMD mit Anthropic und Microsoft zwei weitere grosse Partner für seine kommende GPU-Generation gewonnen, dieses Mal jedoch ohne Beteiligungsmodell. Stattdessen will AMD bis zu 5 Milliarden US-Dollar in Anthropic investieren. Der Anbieter des Sprachmodells Claude setzt im Rahmen der Vereinbarung künftig 2 Gigawatt an Rechenleistung der MI450-Beschleuniger ein, verbaut in AMDs neuen Helios-Racksystemen. Diese Komplettlösung bündelt neben den Grafikprozessoren auch Server-Prozessoren, Netzwerktechnik und die ROCm-Software in einem System, dessen erste Auslieferung für die erste Hälfte des kommenden Jahres vorgesehen sei. Auch Microsoft werde das Helios-System künftig für Inferenz-Aufgaben in seinen eigenen Rechenzentren nutzen, wenngleich die finanziellen Konditionen dieser Vereinbarung nicht offengelegt wurden.
Chiplet-Design und ZT-Systems-Übernahme als Fundament
Der Erfolg der jüngsten Grossaufträge fusst laut The Motley Fool auf einer frühen strategischen Wette von Lisa Su. Sie habe früh darauf gesetzt, dass AMDs Chiplet-Architektur, die sich flexibel in grössere vernetzte Systeme einbinden und mit zusätzlichem Speicher kombinieren lässt, ideal für Inferenz-Anwendungen geeignet sei. Dieser Markt werde nach Einschätzung des Berichts langfristig grösser ausfallen als das reine Training von KI-Modellen. Um nicht nur einzelne Chips, sondern komplette Racksysteme anbieten zu können, habe AMD zusätzlich den Serverhersteller ZT Systems übernommen. Diese Kombination aus Chip-Architektur und Systemkompetenz bildet nach Darstellung von The Motley Fool das technische Fundament, auf dem die aktuellen Milliardendeals mit OpenAI, Anthropic und Microsoft erst möglich wurden.
Wachstumschance im Server-CPU-Geschäft
Neben dem GPU-Geschäft rückt The Motley Fool auch den Servermarkt für klassische Prozessoren in den Fokus, in dem Su AMD ebenfalls als Marktführer positioniert habe. Mit dem Aufstieg agentischer KI-Systeme verschiebe sich das Verhältnis von Grafik- zu Server-Prozessoren dem Bericht zufolge drastisch: von rund 8 zu 1 beim Training hin zu etwa 1 zu 1 bei agentischen Anwendungen. AMD entwickle daher gezielt hochkernige Prozessoren für Inferenz- und Agenten-Workloads, die zu höheren Preisen verkauft werden könnten. Das Unternehmen habe seine eigene Marktprognose für Server-Prozessoren zuletzt angehoben und rechne in den kommenden Jahren mit einem Marktvolumen von 220 Milliarden US-Dollar, wovon man sich einen Anteil von 50 Prozent zum Ziel gesetzt habe.
Wer die Kombination aus GPU- und CPU-Geschäft im Blick behält, hat einen guten Indikator dafür, ob sich Sus Strategie auch operativ in den kommenden Quartalszahlen niederschlägt, etwa an der tatsächlichen Auslastung der ersten Helios-Auslieferungen im kommenden Jahr. Der wichtige nächste Termin für Anleger ist der 4. August, wenn AMD seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal offen legen wird.
Bettina Schneider, Julia Walter, Martina Köhler, Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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