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Amazon Aktie 645156 / US0231351067

Zahlen veröffentlicht 30.04.2026 22:50:00

Amazon-Aktie dreht ins Plus: KI-Boom treibt Cloud-Geschäft von Amazon an - Erwartungen übertroffen

Amazon-Aktie dreht ins Plus: KI-Boom treibt Cloud-Geschäft von Amazon an - Erwartungen übertroffen

Die immer noch ungebremste KI-Nachfrage hat die Wachstumsrate von Amazons Cloud-Sparte AWS im Auftaktquartal auf ein Hoch seit 2022 getrieben.

Noch vor drei Monaten hatte der Technologie- und Handelskonzern die Börse mit einer Investitionsprognose von rund 200 Milliarden Dollar für KI, Chips, Robotik und Satelliten geschockt. Den Schreck haben Anleger aber längst verdaut, scheinen sich die hohen Ausgaben etwa für den Ausbau von Rechenzentren doch zunehmend und rasch auszuzahlen. Für den Aktienkurs zeichnete sich am Donnerstag ein neuer Rekord ab.

Im vorbörslichen US-Handel setzte der Amazon-Kurs seine deutlichen nachbörslichen Schwankungen vom Mittwochabend fort. Zuletzt stieg er um zwei Prozent auf 268,29 US-Dollar, womit im Hauptgeschäft der Vortagesrekord noch übertroffen würde. Damit bringt es das Unternehmen auf einen Börsenwert von mehr als 2,85 Billionen Dollar, womit es zu den weltweit wertvollsten gehört.

Noch im Februar war das Papier unter die Marke von 200 Dollar gerutscht, seit Anfang April geht es aber steil nach oben. Denn Anleger gewannen zunehmend Vertrauen in die Investitionspolitik von Amazon-Chef Any Jassy. Im Zuge der Veröffentlichung der aktuellen Quartalszahlen sagte Jassy am Mittwoch nach US-Börsenschluss, es gebe kein Update zu der Zahl von 200 Milliarden Dollar, "unser Plan ist grösstenteils unverändert".

Der Manager sprach dabei auch von "einer Gelegenheit, wie es sie nur einmal im Leben gibt". Durch KI werde "jede Anwendung, die wir kennen, neu erfunden" - und es werde neue geben, die man sich noch gar nicht vorstellen könne.

Erst vor Kurzem hatte der Handels- und Techkonzern auch die Partnerschaften mit den KI-Spezialisten OpenAI und Anthropic vertieft, die viel Geld für Rechenleistung von Amazon ausgeben. Insgesamt profitiert Amazon von der rasant wachsenden Nachfrage nach KI-Inferenz, also der Anwendung eines bereits trainierten KI-Modells etwa durch sogenannte KI-Agenten, um etwa Vorhersagen zu machen oder Wissen konkret anzuwenden. Amazon kommt hierbei auch die Verwendung des eigenen KI-Chips Trainium zugute, der Kostenvorteile bietet.

"Amazon wird in den kommenden Jahren mehr KI-Kapazitäten aufbauen als jedes andere Unternehmen, und während die Welle von Produkten mit agentenbasierter KI Gestalt annimmt, führen alle Wege zu AWS", schrieb Branchenexperte Ross Sandler von der Barclays-Bank nach der Veröffentlichung der aktuellen Geschäftszahlen. Die zunehmende Nutzung von KI führe zu mehr Cloud-Workloads und stabilen operativen Margen bei AWS, was Bedenken hinsichtlich der Investitionen zerstreuen dürfte.

Auch vor diesem Hintergrund schnellte der Umsatz des AWS-Segments in den ersten drei Monaten 2026 im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar (rund 32,5 Mrd Euro) nach oben. Konzernweit kletterten die Erlöse um 17 Prozent auf 181,5 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen in Seattle weiter mitteilte.

Der operative Gewinn zog um 30 Prozent auf fast 24 Milliarden Dollar an, mehr als die Hälfte steuerte AWS bei. Erlös und operatives Ergebnis fielen damit besser aus als von Experten erwartet. Unter dem Strich verdiente Amazon wegen der Auflösung von Steuerrückstellungen sogar gut 30 Milliarden Dollar, nach gut 17 Milliarden vor einem Jahr.

Für das laufende zweite Quartal stellt Unternehmenslenker Jassy ein Umsatzwachstum im Jahresvergleich von bis zu 19 Prozent auf 194 bis 199 Milliarden Dollar in Aussicht - und damit mehr als am Markt erwartet. Das operative Ergebnis soll auf 20 bis 24 Milliarden Dollar zulegen, nachdem es vor einem Jahr noch 19,2 Milliarden waren.

Abseits des klassischen Online-Handels und des AWS-Geschäfts steckt Amazon aktuell auch Geld in ein eigenes Satellitengeschäft: Unter dem Namen Amazon Leo baut der Konzern ein Netz aus Satelliten im niedrigen Orbit auf. Mitte April wurde in diesem Zusammenhang die Übernahme des Satellitenbetreibers Globalstar angekündigt. Das durch Globalstar ergänzte neue Amazon-Leo-D2D-System soll nach Konzernangaben Mobilfunknetzbetreibern helfen, Sprach-, Text- und Datendienste für Kunden über die Reichweite terrestrischer Mobilfunknetze hinaus zu erweitern.

Die Amazon-Aktie kletterte als Reaktion auf die Zahlen im regulären Handel noch auf ein Rekordhoch von 265,91 Dollar. Im US-Handel setzte der Amazon-Kurs seine deutlichen nachbörslichen Schwankungen vom Mittwochabend dann fort. Letztlich stieg er wieder um 0,77 Prozent auf 265,06 US-Dollar.

Carolin Ludwig, Claudia Stephan, Svenja Polonyi, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.ch mit Material von awp international

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