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Alphabet A Aktie 29798540 / US02079K3059

KI-Kreditsignal 25.08.2026 22:03:00

Aktien von Oracle, Alphabet & Co im Blick.: Diese Risiken birgt der KI-Anleiheboom

Aktien von Oracle, Alphabet & Co im Blick.: Diese Risiken birgt der KI-Anleiheboom

Während Anleger bei den grössten Technologiekonzernen vor allem auf die Gewinne schauen, sendet ein ganz anderer Markt bereits deutlich vorsichtigere Signale.

  • Fast 70 Prozent der KI-Finanzierung 2026 kamen aus Investment-Grade-Anleihen
  • Kreditausfallswaps auf Oracle und Alphabet wurden binnen eines Jahres teurer
  • Hyperscaler machen rund 20 Prozent der Marktkapitalisierung des S&P 500 aus

Fast 70 Prozent der 456 Milliarden US-Dollar, die Technologiekonzerne 2026 am öffentlichen Kapitalmarkt für KI-Projekte eingesammelt haben, stammen aus dem Markt für Investment-Grade-Anleihen, und das wird nach Einschätzung mehrerer Marktbeobachter zunehmend auch zum Risiko für den gesamten Aktienmarkt. Wie laut Barron's eine Studie von Bank of America Global Research zeigt, kamen davon rund 309 Milliarden US-Dollar aus KI-bezogenen Investment-Grade-Anleihen, mehr als doppelt so viel wie die 136 Milliarden US-Dollar, die im gesamten Jahr 2025 in dieser Kategorie emittiert wurden.

Aktien von Oracle, Alphabet & Co.: Woher das Geld für den KI-Ausbau kommt

Den Grossteil dieser Schulden tragen nur fünf Unternehmen: Alphabet, Amazon, Meta Platforms, Microsoft und Oracle. Die als Hyperscaler bekannten Konzerne betreiben nach Angaben des Analyseunternehmens Epoch AI Rechenzentren, auf die rund 71 Prozent der weltweiten KI-Rechenleistung entfallen. Auch NVIDIA hat inzwischen Milliarden in KI-bezogenen Investment-Grade-Anleihen aufgenommen. Strategen von Morgan Stanley begründen das wachsende Angebot an Fremdkapital damit, dass die Nachfrage nach Rechenleistung das verfügbare Angebot weiterhin übersteigt, wodurch die geplanten Investitionsausgaben regelmässig über dem laufenden Cashflow der Unternehmen liegen.

Anleihemärkte verlangen höhere Risikoprämien

Bislang zeigen sich Anleiheinvestoren kaufbereit, verlangen im Gegenzug aber höhere Renditen. Ausstehende Hyperscaler-Anleihen mit Fälligkeit 2035 werfen im Schnitt 5,7 Prozent Rendite ab, das sind 1,05 Prozentpunkte mehr als bei zehnjährigen US-Staatsanleihen. Vor einem Jahr lag die Durchschnittsrendite dieser Anleihen noch bei 4,75 Prozent, der Aufschlag betrug damals lediglich 0,44 Prozentpunkte. Manche Marktbeobachter sehen im wachsenden Angebot an KI-Anleihen zudem einen Faktor für den breiteren globalen Anleiheverkauf, der die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 2007 getrieben hat.

Kreditausfallswaps als Warnsignal, das Aktienanleger oft übersehen

Deutlicher noch als am Anleihemarkt zeigt sich die Verunsicherung bei Kreditausfallswaps, die Investoren als Versicherung gegen einen Zahlungsausfall abschliessen. Wer sich am 19. August gegen einen Ausfall von Oracle absichern wollte, zahlte dafür jährlich 2,13 Prozent des Anleihe-Nennwerts über eine Laufzeit von fünf Jahren, gegenüber 0,43 Prozent ein Jahr zuvor. Eine vergleichbare Versicherung gegen einen Zahlungsausfall von Alphabet kostete 0,56 Prozent, nach 0,33 Prozent ein Jahr zuvor. Ernsthaft mit einer Zahlungsunfähigkeit von Alphabet rechnet dabei kaum jemand, da in den vergangenen 26 Jahren weniger als 1 Prozent des Investment-Grade-Anleihemarkts tatsächlich ausgefallen ist. Die gestiegenen Preise spiegeln vor allem die Sorge der Anleger über die unmittelbaren Kosten des KI-Ausbaus und die Unsicherheit über dessen Rendite wider.

Warum Gewinne allein nicht mehr beruhigen

Am Aktienmarkt selbst hält die Nachfrage dagegen an, gestützt auf starke Gewinne. Im zweiten Quartal 2026 übertrafen rund 84 Prozent der Unternehmen im S&P 500 die Gewinnschätzungen der Wall Street, und auch die Hyperscaler legten kräftig zu: Der Gewinn von Alphabet stieg gegenüber dem zweiten Quartal 2025 um rund 300 Prozent, jener von Microsoft um 31 Prozent. Angesichts der steigenden Verschuldung ist der Gewinn pro Aktie nach Einschätzung von Manish Kabra, Multi-Asset-Stratege bei Société Générale, für Hyperscaler jedoch kein verlässlicher Indikator mehr. Kabra rät Anlegern, stattdessen stärker auf die Kreditausfallswaps der Konzerne zu achten.

Kabra beobachtet zudem, dass sich der gegenläufige Zusammenhang zwischen Kreditausfallswaps und den Aktienbewertungen der Hyperscaler verstärkt hat. Über die vergangenen fünf Jahre lag diese Korrelation bei moderaten minus 0,29, in einer kleineren Stichprobe seit Oktober 2025, in der auch der erste deutliche Anstieg der Oracle-Kreditausfallswaps fiel, kletterte sie auf minus 0,49. Kabra führt das darauf zurück, dass der Markt inzwischen sehr genau auf die freien Mittel der Hyperscaler und deren Finanzierungsbedarf blickt, anstatt allein auf die ausgewiesenen Gewinne.

Wie sich die Lage entwickelt, dürfte sich unter anderem an den nächsten Quartalszahlen der Hyperscaler zeigen, etwa wenn NVIDIA am morgigen Mittwoch oder Meta am 28. Oktober berichtet und dabei neue Angaben zu Investitionsplänen und deren Finanzierung macht. Ob Kreditausfallswaps und Aktienbewertungen dann weiter gegenläufig laufen oder sich die Lage entspannt, wird ein wichtiger Hinweis darauf sein, wie ernst der Markt die Finanzierungsfrage weiterhin nimmt.

Evelyn Schmal, finanzen.ch

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Bildquelle: 360b / Shutterstock.com,Volodymyr Kyrylyuk / Shutterstock.com
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