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14.09.2026 11:33:37
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Aktien Schweiz: Dank Defensiven im Plus - trotz KI-Ängsten und Öl-Sorgen
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist zum Wochenstart zweigeteilt wie selten. Grosse Fragezeichen zu KI, ein neuerlicher Ölpreisanstieg und die Ungewissheit im Vorfeld der US-Zinsentscheidung sorgen bei Technologietiteln und diversen Zyklikern für satte Abgaben. Defensive Papiere sind hingegen gefragt. Und weil diese den SMI dominieren, legt dieser klar zu.
Die globale KI-Euphorie bekam am Wochenende einen argen Dämpfer. Er sei besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, liess Anthropic-Chef Dario Amodei verlauten. Er rief die Branche dazu auf, die KI-Entwicklung zu verlangsamen - und bekam prominente Rückendeckung, etwa vom Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, Sam Altman. Dieser erteilte zudem einem schnellen Börsengang seines Unternehmens eine Absage. "Es stellt sich nun die Frage, ob ein vorsichtigeres Entwicklungstempo die Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bremsen und damit die hohen Gewinnerwartungen der Branche gefährden könnte", kommentierte ein Experte.
Der Ölpreis ist zudem in der Nacht auf Montag zeitweise auf knapp 108,50 US-Dollar für ein Fass der Sorte Brent gestiegen. Dafür sorgten zum einen der Ausfall einer wichtigen Pipeline in Saudi-Arabien infolge des Konflikts mit der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz. Zudem wurde ein Aussenministertreffen der Staaten am Persischen Golf zum festgefahrenen Konflikt über die Strasse von Hormus kurzfristig abgesagt.
Unsicherheit gibt es ausserdem im Vorfeld der anstehenden US-Zinsentscheidung. Aktuell erwartet der Markt zwar mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 89 Prozent, dass die US-Notenbank Fed am Mittwoch die Zinsen anheben wird. US-Präsident Donald Trump drohte aber am Wochenende, dass er dies nicht untätig hinnehmen wolle.
Hohe Ausschläge
Der Schweizer Leitindex SMI legt gegen 11.00 Uhr um 0,96 Prozent auf 13'907,80 Punkte zu und der breite SPI 0,70 Prozent auf 19'590,70 Zähler. Der SMI macht damit einen Teil der Vorwochen-Verluste von mehr als 4 Prozent wett.
Auffällig ist, wie zweigeteilt der Markt ist. Kursveränderungen von klar unter 1 Prozent sind bei den Blue Chips kaum zu sehen, die stärksten Gewinner und Verlierer zeigen hingegen ein Plus rsp. Minus von je knapp 4 Prozent. Die Zweiteilung des Marktes lässt sich auch daran ablesen, dass der Mid-Cap-Index SMIM leicht im Minus ist, er gibt 0,06 Prozent auf 3032,24 Punkte nach.
Insgesamt entwickelt sich der Schweizer Aktienmarkt gleichwohl besser als die Leitindizes in Deutschland, Frankreich oder Japan und Korea. Er verdankt dies primär seinen defensiven Schwergewichten Roche (+3,9%), den letzte Woche arg gebeutelten Novartis (+2,3%) und Nestlé (+1,7%). Defensiv sei angesichts der vielen Unsicherheiten gefragt, heisst es im Handel. Bei Roche geben ausserdem eigene positive Studienergebnisse und schlechte Daten von Konkurrenten Rückenwind. So hat AstraZeneca gerade einen Rückschlag mit einem neuartigen Ansatz bei der Brustkrebsbehandlung erlitten.
Klar im Plus sind bei den SMI-Titeln ausserdem weitere defensive Titel wie Givaudan, Swiss Re, Swisscom oder Alcon, die zwischen 1,3 und 2,2 Prozent zulegen.
Im Plus sind auch Kühne+Nagel (+1,5%), was Börsianer mit den gestiegenen Spannungen im Nahen Osten erklären.
ABB unter Druck
Auf der anderen Seite geben ABB (-3,7%), die wegen der Produkte für Rechenzentren zu den Schweizer "KI-Firmen" zählen, deutlich nach. Ähnliches gilt am breiten Markt für Belimo (-5,9%), das Gebäudeinfrastruktur für Data Center herstellt, den Stromgeneratorenhersteller Accelleron (-4,8%) oder den Verkabelungsspezialisten Huber+Suhner (-3,8%). Stark bergab geht es ausserdem mit Zulieferern der Chip-Industrie, konkret VAT (-6,3%), Inficon (-5,5%) oder Comet (-7,4%).
Klar im Minus sind ausserdem bei den Blue Chips UBS (-1,1%), was mit den Unsicherheiten zur künftigen Regulierung zu tun haben dürfte.
Für Bewegung sorgen am breiten Markt ausserdem Analystenkommentare, etwa jener von Goldman Sachs zu Straumann (+1,7%) oder von Bernstein zu Siegfried (+3,3%).
rw/to
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