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18.02.2020 18:15:36

Aktien Europa Schluss: Märkte im Minus - Apple schürt neue Virus-Sorgen

PARIS/LONDON (awp international) - Die europäischen Börsen haben am Dienstag nach der leichten Erholung zu Wochenbeginn wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Belastend wirkten sich vor allem die anhaltenden Sorgen wegen der Folgen der Ausbreitung des Coronavirus und eine damit verbundene Umsatzwarnung des Computerkonzerns Apple aus.

Der Ausblick des iPhone-Herstellers sei ein Weckruf für scheinbar unbekümmerte Anleger und eine Mahnung, die Konsequenzen der Epidemie für die Wirtschaft nicht zu unterschätzen, kommentierte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 fiel am Ende um 0,43 Prozent auf 3836,54 Punkte. Für den französischen Leitindex Cac 40 ging es um 0,48 Prozent auf 6056,82 Punkte nach unten. Der Londoner FTSE 100 schloss 0,69 Prozent schwächer bei 7382,01 Punkten.

Die Epidemie mit der neuen Lungenkrankheit in China wird sich nach Einschätzung eines führenden chinesischen Experten möglicherweise erst Ende April stabilisieren. "Das ist eine sehr grobe Schätzung", sagte Professor Zhong Nanshan, der Chef der Expertengruppe der chinesischen Regierung, in einem Video, über das die Zeitung "Nanfang Dushibao" berichtete.

Apple hatte am Vorabend gewarnt, wegen des Coronavirus in China seine erst wenige Wochen alte Umsatzprognose für das laufende Quartal zu verfehlen. Aus Branchensicht litten europaweit Technologiewerte mit einem Minus von letztlich 0,7 Prozent darunter. Noch deutlich schwächer zeigten sich allerdings die konjunktursensiblen Banken- , Automobil- und Rohstoffwerte mit Abschlägen von bis zu 1,9 Prozent.

Im Finanzsektor gab HSBC als Schlusslicht im FTSE 100 mit einem Kursrutsch um 6,6 Prozent die negative Richtung vor. Das neue Spar- und Strategieprogramm verärgerte die Aktionäre der britischen Grossbank, weil sie wegen des anstehenden Umbaus im laufenden und kommenden Jahr bereits den Rückkauf eigener Aktien aussetzt.

In der Sektorwertung konnte es bei Banken das Bild nicht verschönern, dass in Italien die lange erwartete Bankenkonsolidierung in Gang kommt. Die Grossbank Intesa Sanpaolo will ihre kleinere Rivalin Unione di Banche Italiane (UBI) übernehmen. Die UBI-Papiere schnellten daraufhin um fast ein Viertel in die Höhe. Die Anteilscheine von Intesa waren im EuroStoxx mit 2,4 Prozent Plus immerhin der Spitzenreiter.

Auch um den Autosektor, für den China zum wichtigen Wachstumstreiber geworden ist, machten die Anleger einen grossen Bogen. Hier kamen auch aus der EU keine guten Nachrichten: Die Pkw-Neuzulassungen waren im Januar zurückgegangen, wobei der französische Markt den grössten Dämpfer erhielt. Davon belastet sackten die Aktien von Renault in Paris besonders stark um 6,3 Prozent ab.

Die grössten positiven Ausnahmen waren die für ihre defensiven Eigenschaften bekannten Sektoren Versorger und Telekom mit Anstiegen von 1,1 beziehungsweise 1,4 Prozent./tih/he

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