NVIDIA Aktie 994529 / US67066G1040
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08.04.2026 21:39:00
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Aktie im Fokus: Sammelklage gegen NVIDIA - Angeblich verheimlichte Krypto-Umsätze
Wegen des Verdachts auf irreführende Angaben zu Krypto-Mining-Umsätzen muss sich NVIDIA nun einer grossangelegten Sammelklage von Investoren stellen.
• Krypto-Einnahmen verheimlicht?
• Fallkonferenz in wenigen Wochen
Sammelklage gegen NVIDIA zugelassen
Ein kalifornischer Bundesrichter hat eine Sammelklage gegen NVIDIA und CEO Jensen Huang zertifiziert, nachdem das Unternehmen den Vorwurf der Kursbeeinflussung durch mangelhafte Krypto-Offenlegungen nicht entkräften konnte. Die Kläger werfen dem Chipgiganten vor, zwischen 2017 und 2018 die Abhängigkeit des Gaming-Segments von den volatilen Krypto-Mining-Märkten verschleiert zu haben, wie DeCrypt berichtet. Während NVIDIA stets behauptet haben soll, Mining mache nur einen kleinen, separat erfassten Teil des Geschäfts aus, deuten interne Beweismittel auf das Gegenteil hin: Der Richter verwies explizit auf eine E-Mail eines NVIDIA-Vizepräsidenten: "Sie brachten die Ansicht zum Ausdruck, dass der Aktienkurs aufgrund dieser früheren Aussagen hoch geblieben sei, und das Gericht kann angesichts dieser Beweislage nicht zu dem Schluss kommen, dass es keine Auswirkungen auf den Kurs gegeben habe", zitiert CryptoPotato.
Den Klägern zufolge wurden die Probleme erstmals im August 2018 durch gesenkte Prognosen und einen eingeräumten Lagerüberschuss im Kryptosegment sichtbar. Das volle Ausmass der Krise offenbarte sich jedoch erst am 15. November 2018: Finanzchefin Colette Kress musste einräumen, dass der Gaming-Bereich aufgrund schleppender Abverkäufe nach dem "Krypto-Einbruch" deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, wie DeCrypt weiter berichtet. Diese späte Transparenz markierte für den Markt den Wendepunkt, an dem das volle Risiko für das Unternehmen greifbar wurde, woraufhin die NVIDIA-Aktie innerhalb von nur zwei Handelstagen drastisch einbrach.
Signalwirkung für die gesamte Tech-Branche
Nachdem der Fall zunächst 2021 abgewiesen worden war, konnte er im Berufungsverfahren sowie gegen einen Widerspruch vor dem Obersten Gerichtshof bestehen und wird nun offiziell als zertifizierte Sammelklage weitergeführt. Dies ermöglicht es Anlegern, die zwischen dem 10. August 2017 und dem 15. November 2018 Aktien erworben haben, ihre Ansprüche gebündelt zu verfolgen und rückt den Fall einen entscheidenden Schritt näher an die Hauptverhandlung.
Experten wie Renz Chong (Sovrun) sehen in dieser Entscheidung ein weitreichendes Signal für die gesamte Krypto- und KI-Branche: "Diese Zertifizierung signalisiert jedem Unternehmen, das sich mit Krypto und KI beschäftigt, dasselbe: Gerichte werden die Berichterstattung auf Segmentebene nicht als Schutzschild akzeptieren, wenn das, was tatsächlich den Umsatz generiert, ein grundlegend anderes Risikoprofil aufweist als das, was Sie den Investoren mitteilen", so Chong gegenüber Decrypt. Die Lehre daraus sei einfach: "Wenn der Markt schliesslich korrigiert, werden Investoren und Aufsichtsbehörden als Erstes prüfen, was das Management wusste, wann es davon wusste und was es der Öffentlichkeit mitgeteilt hat", so Chong. "Unternehmen, die sich jetzt mit dieser Frage auseinandersetzen, werden deutlich besser aufgestellt sein als jene, die auf die Vorladungen warten."
SEC-Strafe und NVIDIA-Statement
Nachdem Investoren das Unternehmen bereits im Jahr 2018 verklagten, verhängte die US-Börsenaufsicht SEC eine Geldstrafe von 5,5 Millionen US-Dollar gegen NVIDIA, welcher der Tech-Gigant zustimmte. Zur inzwischen zugelassenen Sammelklage erklärte dann ein NVIDIA-Sprecher gegenüber TheStreet: "Investoren, die im Zeitraum 2017-2018 NVIDIA-Aktien gekauft haben, haben unglaublich gute Ergebnisse erzielt, da sich unsere Unternehmensstrategie so entwickelt hat, wie wir es stets vorhergesagt hatten." Man werde die "Beschwerde vor Gericht behandeln."
Für den 21. April ist eine gerichtliche Fallkonferenz angesetzt, um die weiteren Schritte dieses richtungsweisenden Verfahrens festzulegen. Wie es in dem Fall weitergeht, bleibt demnach abzuwarten.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.ch
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