| Evergreen-Fonds |
16.07.2026 17:56:00
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Aktie dennoch tiefrot: Partners Group zieht im Halbjahr weitere Kundengelder an
Partners Group hat im ersten Halbjahr trotz der Turbulenzen bei den Evergreens-Fonds weitere Neugelder angezogen und die verwalteten Vermögen gesteigert.
Die sogenannten Kapitalzusagen von Kunden beliefen sich im ersten Semester 2026 auf 16,0 Milliarden US-Dollar nach 12,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum, wie Partners Group am Mittwochabend mitteilte. Ende Juni verwaltete der Zuger Asset Manager damit 186 Milliarden Dollar nach 185 Milliarden Ende des vergangenen Jahres.
Die akquirierten Neugelder lagen damit über den Markterwartungen, die Vermögen trafen in etwa die Erwartungen. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit 14,0 Milliarden Kapitalzusagen respektive 186,7 Milliarden Assets gerechnet.
Aus dem Verkauf von Beteiligungen flossen im ersten Semester 9 Milliarden Dollar in die Kassen von Partners Group - und damit gleich viel wie im Vorjahreszeitraum. Wegen der zeitlich bedingten geringeren Veräusserungsaktivitäten bei Direktinvestitionen und der schwächeren Portfolioperformance bei den reiferen Evergreen-Strategien geht Partners Group für das erste Halbjahr von einem Anteil der Performanceerträge unter 20 Prozent der Gesamteinnahmen aus.
Damit liegt der Anteil unter dem mittel- bis langfristigen Ziel von 25 bis 40 Prozent.
Investiert hat die Gesellschaft ebenfalls stabile 9 Milliarden in neue Beteiligungen. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Zuger Asset Manager weiterhin mit Kapitalzusagen im Umfang von 26 bis 32 Milliarden Dollar.
Die Halbjahresergebnisse werden am 1. September veröffentlicht.
ys/cg
Partners Group verzeichnet Evergreen-Rücknahmen von 3,8 Milliarden US-Dollar
Partners Group beziffert die Evergreen-Rücknahmen im ersten Halbjahr mit insgesamt 3,8 Milliarden US-Dollar. 9 Prozent der Rücknahmen gingen auf das Konto von drei reiferen Evergreen-Fonds, wie es in einer Mitteilung des Private-Equity-Hauses vom Mittwochabend heisst.Die sogenannten Kapitalzusagen beliefen sich im Evergreen-Bereich derweil auf 4,2 Milliarden. Die Nettozuflüsse fielen jedoch angesichts der Rücknahmen unter dem Strich nur moderat positiv aus.
Bei den "Evergreens" handelt es sich um offene Investmentfonds, welche nicht auf eine bestimmte Laufzeit beschränkt sind. Durch die Wertsteigerung kommt es zu Auszahlungen. Dadurch ergibt sich ein breiterer und einfacherer Zugang - vor allem auch für Privatinvestoren.
Tiefer Performance-Fees-Anteil
Wegen der zeitlich bedingten geringeren Veräusserungsaktivitäten bei Direktinvestitionen und der schwächeren Portfolioperformance bei den reiferen Evergreen-Strategien geht Partners Group für das erste Halbjahr von einem Anteil der Performanceerträge unter 20 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Das dürfte auch auf dem Halbjahresergebnis lasten, welches am 1. September kommuniziert werden soll.
In Aussicht gestellt waren mittel- und langfristig 25 bis 40 Prozent. Angesichts gewisser Vorzieheffekte im Jahr 2025 hatte das Management aber für das Gesamtjahr 2026 bereits mit einem Anteil der Performance-Erträge am unteren Ende der Spanne gerechnet. Nun fällt dieser im ersten Semester gar auf unter 20 Prozent.
Auswirkungen für H2 bestätigt
Bestätigt wurden am Mittwoch frühere Aussagen zum Ausblick: Für die zweite Jahreshälfte 2026 rechnet der Asset Manager weiterhin damit, dass das Nettowachstum der verwalteten Vermögen durch die Entwicklungen bei den Evergreen-Fonds um 1 bis 2 Prozent gebremst wird. Auch für das Gesamtjahr 2027 werde ein ähnlicher Effekt erwartet.
Anfang Juni waren beim Zuger Vermögensverwalter erhöhte Rücknahmeforderungen für mehrere seiner Evergreen-Fonds bekannt geworden. Partners Group verwies auf die branchenweit erhöhte Volatilität bei den Mittelzuflüssen in offene Evergreens: Der Trend habe mit Private-Credit-Vehikeln begonnen und sei nun auch auf Private Equity übergeschwappt, hiess es damals.
So reagiert die Partners Group-Aktie
Die Aktien der Partners Group setzen ihre steile Abwärtsbewegung der vergangenen Wochen am Donnerstag fort. Die ersten Angaben zum Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr werden zwar grundsätzlich als zufriedenstellend gewertet. Einige Analysten betonen aber, dass der Vertrauensverlust nach wie vor tief sitze.
Letztlich sackten die Titel via SIX um 6,00 Prozent auf 677,20 Franken ab.
Als positiv heben die diversen Experten die eigentliche Entwicklung etwa der verwalteten Vermögen (AuM) hervor, die eine deutlich stärkere Kundennachfrage zeigten. Allerdings hat laut Citigroup-Analyst die Zusammensetzung der Mittelzuflüsse enttäuscht, und das verwaltete Vermögen insgesamt lag leicht unter den Erwartungen.
Er sehe denn auch Risiken mit Blick auf die Kundennachfrage und das AuM-Wachstum, unter anderem aufgrund erhöhter Rücknahmen und einer verhaltenen Wertentwicklung, so der Experte in einem ersten Kommentar. Während das traditionelle Fundraising weiterhin solide verlaufe, gehe er nicht davon aus, dass dieser Bericht die Bedenken der Pessimisten hinsichtlich der Wachstumsaussichten vollständig ausräumen werde.
Auch bei Jefferies zeigt sich der zuständige Experte zurückhaltend. Da es keine Präzedenzfälle dafür gebe, wie ein anhaltender Nachfrage-Rückgang nach Evergreen-Produkten aussehen könnte, schwäche dies sein Vertrauen in die Beständigkeit seiner eigenen Prognosen für den Vermögensverwalter.
Zürich (awp)
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