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Rote Zahlen 28.02.2019 17:59:00

Adecco wächst im Schlussquartal nicht mehr - Aktie gibt nach

Adecco wächst im Schlussquartal nicht mehr - Aktie gibt nach

Der Personaldienstleister hat zwar mehr Umsatz geschrieben, ist organisch jedoch leicht geschrumpft. Und unter dem Strich steht wegen eines Abschreibers ein hoher Verlust.

Der Umsatz nahm zwischen Oktober und Dezember um 1 Prozent auf 6,13 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Bereinigt um Wechselkurseffekte und um die unterschiedliche Anzahl Arbeitstage wuchs die Gesellschaft zwischen Oktober und Dezember hingegen nicht mehr. Im Gegenteil ging der Umsatz um 1 Prozent zurück.

Im dritten Quartal waren es noch +2 Prozent gewesen, im zweiten +4 Prozent, davor über mehrere Quartale zwischen +6 und +7 Prozent. Der aktuelle Rückgang kommt allerdings nicht überraschend. Analysten hatten im Schnitt mit einem Wert von -0,3 Prozent gerechnet.

Begründet wurde der Rückgang mit der konjunkturellen Abkühlung in Europa. So war die Wachstumsrate im wichtigen Markt Frankreich leicht (-1%), in den Marktregionen Spanien/Portugal (-4%), Benelux/Nordeuropa (-6%) sowie in Deutschland/Österreich (-13%) deutlich negativ.

"Wir haben gleichwohl in verschiedenen Regionen besser ab als der Markt abgeschnitten", liess sich CEO Alain Dehaze zitieren und verwies dabei auf den Schlüsselmarkt Frankreich. Ausserdem sieht er keine Anzeichen einer Rezession in Europa, wie er gegenüber AWP betonte.

Besser lief es in anderen Märkten, etwa in der Schweiz und Japan (je +6%) oder in Teilbereichen in den USA/Grossbritannien. Positiv hervorgehoben wurde zudem, dass das relativ kleine Geschäft mit der fixen Stellenvermittlung (+18%) stark gewachsen sei.

Abschreiber in Deutschland

Der Bruttogewinn erhöhte sich um 8 Prozent auf 1,17 Milliarden; die entsprechende Marge verbesserte sich um 120 Basispunkte auf 19,1 Prozent. Der operative Gewinn (EBITA) ging hingegen um 14 Prozent auf 235 Millionen zurück.

Auf Stufe Reinergebnis rutschte die Gesellschaft mit einem Minus von 112 Millionen in die roten Zahlen (Vorjahr: +297 Mio). Im Vorjahr hatte eine Gewinngutschrift den Gewinn anschwellen lassen; nun belastete ein Abschreiber in Deutschland in der Höhe von 270 Millionen.

Dieser Abschreiber habe verschiedene Gründe, sagte CEO Dehaze zu AWP. Neben neuen Gesetzen nannte er die Probleme der deutschen Automobilindustrie und den allgemeinen Zustand der deutschen Wirtschaft.

Wieder die Nummer eins

Im Gesamtjahr schrieb der Konzern einen Gewinn von 458 Millionen Euro (-42%). Die Aktionäre erhalten gleichwohl eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 2,50 Franken je Titel.

In der Jahressicht nahm der Umsatz um 1 Prozent auf 23,87 Milliarden Euro zu. Somit blieb Adecco 2018 vor Randstad der weltweit grösste Personaldienstleister. Dies galt im Übrigen auch für das vierte Quartal, nachdem Randstad im dritten Quartal Adecco beim Umsatz knapp überholt hatte.

Keine rasche Erholung

Ins neue Jahr ist Adecco eher langsam gestartet. So sank der Umsatz im Januar 2019 - organisch und arbeitstagbereinigt - um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Februar sei dann gar nochmals eine leichte Verlangsamung eingetreten.

Hintergrund sei weiterhin die Abschwächung in den europäischen Märkten. Darüber hinaus reflektiere der Rückgang zum Teil auch die hohen Wachstumsraten in den entsprechenden Monaten im Vorjahr insbesondere in den Märkten Frankreich und Südeuropa.

Wechsel im Management

Ausserdem vermeldete Adecco Wechsel im Management. Demnach verlässt Nordeuropa-Chef Mark De Smedt die Gesellschaft per Ende März. Für Nordeuropa werde danach Frankreich-Chef Christophe Catoir zuständig sein.

Aktien

Die Adecco-Aktien stürzten am Donnerstag nach der Zahlenpublikation ab und waren mit grossem Abstand Schlusslicht im SMI. Der Personaldienstleister überraschte im Schlussquartal 2018 mit roten Zahlen.

Die Adecco-Papiere gaben 3,25 auf 51,86 Franken ab.

Investoren und Analysten machten am Donnerstag grosse Augen, als sie das Ergebnis für das Schlussquartal sahen. Statt eines Gewinns von gegen 150 Millionen Euro, wie er im Schnitt erwartet worden war, prangte auf der untersten Zeile der Erfolgsrechnung ein Minus von 112 Millionen.

Der Grund dafür war ein Abschreiber in Deutschland in der Höhe von 270 Millionen Euro. Der Analyst der ZKB bezeichnet diesen in einem ersten Kommentar als "unschön".

Für Stirnrunzeln sorgt in Analystenkreisen auch der Ausblick. Firmeneigenen Angaben zufolge hat sich der organische Umsatzrückgang im Januar noch einmal etwas beschleunigt. Nach den Zahlen des Konkurrenten Randstad seien etwas bessere Werte erwartet worden, heisst es bei Morgan Stanley. Der Konkurrent habe von einer stabilen Entwicklung zum Jahresauftakt gesprochen.

Auf der positiven Seite wird etwa von Vontobel die Bruttogewinnmargenentwicklung im vierten Quartal hervorgehoben. Diese Entwicklung sei durch höhere Administrationskosten jedoch wieder zunichtegemacht worden, schreibt der ZKB-Analyst.

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rw/uh/ys

Zürich (awp)

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Bildquelle: Keystone

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