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Umsatz leicht rückläufig 07.05.2019 17:48:36

Adecco-Aktie im Aufwind: Adecco steigert Profitabilität im Startquartal

Adecco-Aktie im Aufwind: Adecco steigert Profitabilität im Startquartal

Der Personaldienstleister ist aber profitabler geworden.

Der Umsatz in der Berichtswährung Euro nahm um 1 Prozent auf 5,65 Milliarden Euro ab, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Bereinigt um Wechselkurseffekte und um die unterschiedliche Anzahl Arbeitstage resultierte ein Umsatzschwund von 2 Prozent.

Im Schlussquartal 2018 hatte das Unternehmen bereits einen Rückgang (bereinigt) von 1 Prozent erlitten, davor waren über viele Quartale Wachstumsraten von +2 bis +7 Prozent vermeldet worden. Die aktuelle Entwicklung kommt zudem nicht überraschend. Analysten hatten damit gerechnet.

Rückgang bei US-Fachkräften

Rückläufig war die (bereinigte) Wachstumsrate etwa im wichtigen Markt Frankreich (-1%), wo über ein Fünftel der Einnahmen generiert wird. Noch stärker abwärts ging es in anderen europäischen Regionen wie "Deutschland, Österreich" (-12%), "Benelux" (-10%) oder den südeuropäischen Ländern Italien, Spanien und Portugal, die um 4 Prozent nachgaben.

Auch in der Schweiz wuchs Adecco nicht mehr (-2%). Die europäischen Märkte hätten sich im Verlauf des Quartals allerdings stabilisiert, liess sich CEO Alain Dehaze in der Mitteilung zitieren.

Auch in Teilbereichen des US-Geschäfts ging es abwärts. Dies galt insbesondere für die Fachkräftevermittlung, mit der 6 Prozent weniger Umsatz erzielt wurde. Aber auch bei der allgemeinen Temporärvermittlung kam es zu einer Verlangsamung. Besser sah es etwa im Japangeschäft aus, das um 8 Prozent wuchs.

Bessere Gewinnzahlen

Trotz des Umsatzschwunds wurde Adecco profitabler. Der Bruttogewinn erhöhte sich um 5 Prozent auf 1,08 Milliarden, womit sich die Marge um 100 BP auf 19,1 Prozent verbesserte. Der operative Gewinn (EBITA, bereinigt) nahm um 6 Prozent auf 226 Millionen zu. Und auf Stufe Reinergebnis resultierte ein 2 Prozent höherer Wert von 133 Millionen.

Begründet wurde die Entwicklung mit einem "verbesserten Businessmix" und einem positiven Preisumfeld. Ein Grund für die höhere Profitabilität war zudem das Sparprogram, dass wie geplant fortgesetzt werden soll. Die Gesellschaft bestätigte dabei das Ziel, im laufenden Jahr die Kosten um 70 Millionen Euro senken zu wollen.

Adecco-CEO Alain Dehaze sieht das Unternehmen trotz der Fortschritte bei der Profitabilität noch nicht am Ziel. "Ich freue mich über die bisherigen Fortschritte", liess er sich zitieren. Es sei aber erst ein Teil des Weges beschritten. Bekanntlich läuft bei Adecco ein Transformations- und Sparprogramm ("GrowTogether"), welches den Konzern fit für die digitale Zukunft machen soll.

Ausblick zurückhaltend

Im Ausblick gibt sich Adecco wie üblich relativ wenig konkret. Es hiess lediglich, dass sich die Wachstumsrate (bereinigt) im März und April in etwa auf dem Niveau des ganzen ersten Quartals (-2%) bewegt habe. Der Zeitpunkt der Feiertage werde sich im zweiten Quartal 2019 ausserdem mit rund 10 Basispunkten negativ auf die Bruttomarge auswirken.

Weiter hiess es, dass sich die Veränderungen des Steuersystems in Frankreich (CICE) im zweiten Quartal 2019 negativ auf die Cash-Konversion auswirken werde. Für das Gesamtjahr 2019 werde der Cashflow-Effekt aber weitgehend neutral sein.

Adecco-Aktien nach guten Zahlen bei den grössten Gewinnern im SMI

Anleger honorieren die Zahlen: Die Adecco-Aktie gewann bis zum Handelsende 0,38 Prozent auf 57,92 Franken.

Die Papiere hatten schon bislang im Jahresverlauf besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt - allerdings nach einer schlechten Entwicklung im Jahr 2018.

Der eigentliche Lichtblick - so ist man sich in Expertenkreisen einig - ist die überraschend positive Gewinnentwicklung. So wurde der operative Gewinnbeitrag aus Frankreich sowie aus dem deutschsprachigen Raum rückblickend unterschätzt. Laut Goldman Sachs und der UBS wurde beim operativen Gewinn (EBITA) der Konsens um 12 Prozent übertroffen.

"Adecco erzielte in einem schwierigen Marktumfeld starke Ergebnisse", lässt sich dazu der Analyst von Vontobel verlauten. Die Verbesserungen im Zusammenhang mit den strategischen Programmen würden nun deutlich sichtbar. Er nimmt deshalb sein Preisziel von 52 Franken in Revision.

Es gibt jedoch auch kritischere Stimmen. Die höhere Bruttogewinnmarge habe nicht im erhofften Ausmass auf den operativen Gewinn und den Reingewinn durchgeschlagen, schreibt etwa der Analyst der Credit Suisse.

Keine grosse Überraschung ist die Umsatzentwicklung, die im Rahmen der Erwartungen ausfiel. Für den Experten der ZKB ist in diesem Zusammenhang der Ausblick positiv. Die Umsatzstabilisierung entspreche zwar den sich jüngst nicht mehr verschlechternden Makrodaten, insbesondere aus Europa. Die Stabilisierung des Umsatztrends im März/April sei gleichwohl ermutigend und "spricht dafür, dass die konjunkturelle Talsohle für den Moment erreicht sein könnte oder vielleicht bereits hinter uns liegt".

Zürich (awp)

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Bildquelle: Keystone,Adecco