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Details zur neuen Strategie 28.02.2019 17:50:00

ABB setzt im Q4 mehr um und erhöht Dividende - Aktie gibt ab

ABB setzt im Q4 mehr um und erhöht Dividende - Aktie gibt ab

Gleichzeitig wurde eine Software-Partnerschaft für digitale Industrien mit Dassault Systèmes angekündigt.

Diese globale Partnerschaft betrifft alle vier ab April 2019 neu aufgestellten Divisionen von ABB, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Gemeinsam mit Dassault soll ein Portfolio an durchgängigen digitalen Lösungen in Kombination mit der Digital-Plattform Ability angeboten werden. ABB ist bereits Partnerschaften mit Microsoft, HPE und IBM eingegangen.

ABB sieht sich künftig als einen auf digitale Industrien fokussierten Technologieführer.

Der Neustart von ABB umfasst drei fundamentale Schritte. Nebst dem im Dezember kommunizierten Verkauf der Stromnetz-Sparte ist der zweite Schritt die Vereinfachung des Geschäftsmodels durch die Auflösung der bisherigen Matrixstruktur. Der dritte Schritt ist die Neuorganisation in vier Divisionen, von denen zwei neu sind, nämlich Robotik & Fertigungsautomation sowie Antriebstechnik. Die bisherigen sind Elektrifizierungsprodukte und Industrieautomation.

Renditeziele für einzelnen Bereiche

Neu wurde für diese Sparten ein Zielband für die EBITA-Marge formuliert. Konkret soll die Division Robotik & Fertigungsautomation eine Marge im Bereich von 13 bis 17 Prozent erreichen, die Division Antriebstechnik eine solche von 14 bis 18 Prozent, die Division Elektrifizierung 15 bis 19 Prozent und die Division Industrieautomation 12 bis 16 Prozent.

Bestätigt wurden die im Dezember neu formulierten Konzernziele für die EBITA-Marge (13-16%), Umsatzwachstum (3-6%) und die Kapitalrendite ROCE (15-20%).

Die Neuausrichtung führt einerseits zu Restrukturierungskosten von 500 Millionen US-Dollar, andererseits sollen dadurch auch bis 2021 Kosten in dieser Höhe eingespart werden. ABB bestätigte damit ebenfalls Angaben vom Dezember. Von den bis 2021 geplanten Einsparungen von 500 Mio US-Dollar sollen 150 bis 200 Millionen bereits 2019 realisiert werden. Insgesamt sollen von den Einsparungen rund 300 Millionen aus den einzelnen Geschäftsbereichen kommen und rund 200 Millionen aus der Konzernzentrale.

Neues Betriebsmodell "ABB-OS"

Mit der Neuausrichtung verbunden ist bis 2020 die schrittweise Einführung eines neuen Betriebsmodells unter den Namen "ABB-OS". Es soll den Kunden die Orientierung erleichtern sowie die Agilität und die Profitabilität erhöhen. Verbunden ist dieses System mit der Auflösung der bisherigen Matrixstruktur des Konzerns. Die neue Organisation räumt dabei jedem Geschäftsbereich die volle unternehmerische Verantwortung für die Geschäftstätigkeit, die Funktionen, die Forschung und die Regionen ein.

Die Konzernzentrale soll dabei weiter verschlankt werden. Gleichzeitig werden bestehende Länder- und Regionalstrukturen einschliesslich der regionalen Konzernleitungsfunktionen nach Abschluss der Transaktion aufgelöst.

Die Aktien von ABB hatten nach einer noch positiven Eröffnung am Donnerstagmorgen schnell ins Minus gedreht und bauten die Abgaben seither kontinuierlich aus. Zuletzt notierten die Titel 2,44 Prozent tiefer bei 19,76 Franken. Ihren Tagestiefkurs hatten sie zwischenzeitlich bei 19,61 Franken erreicht.

Am Markt kann man sich den relativ starken Kursverlust nicht wirklich erklären. Händler sehen nach den zuletzt erreichten Markt-Höchstständen allenfalls generell eine gewisse Zurückhaltung.

Das ABB-Ergebnis für das vierte Quartal stösst bei den meisten Analysten durchaus auf Wohlwollen. Sowohl Umsatz wie auch Auftragseingang lagen über den - allerdings nicht allzu hohen - Erwartungen, so der Tenor. Das Ergebnis unterstreiche die gute Nachfragesituation im Bereich der Industrieaktivitäten, heisst es beispielsweise bei Vontobel.

Im Rahmen der Erwartungen liegt die auf 80 Rappen erhöhte Dividende.

Für gewisse Stirnfalten sorgt der eher zurückhaltende Ausblick. ABB gebe sich aufgrund der makroökonomischen Unsicherheiten weiterhin vorsichtig, schreibt beispielsweise die ZKB. Jeffries hebt diesbezüglich vor allem Europa hervor.

Am kritischsten äussert sich Morgan Stanley. Der erste Eindruck sei weder bezüglich des Ergebnisses im vierten Quartal noch mit Blick auf das Strategie-Update sehr positiv. Für die amerikanischen Experten erscheinen zum Beispiel die neu gesetzten Ziele für die vier Divisionen "nicht genug ambitioniert".

cf/gab/pre

Zürich (awp)

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Bildquelle: Bocman1973 / Shutterstock.com,Keystone,ABB