30.10.2013 11:08:58

Ein Jahr Equal Pay: Belastung der Zeitarbeitsbranche geringer als befürchtet

Frankfurt am Main (ots) - PwC-Umfrage zur Arbeitnehmerüberlassung zeigt, Branchenunternehmen erwarten für 2014 stagnierenden Markt / Equal Pay hat Zeitarbeit verteuert, aber Fachkräftemangel ist grösstes Wachstumshindernis

Die führenden Unternehmen der Zeitarbeitsbranche erwarten für 2014 nur eine verhaltene Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung. Wie aus einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor geht, prognostizieren die 30 befragten Betriebe für das laufende Jahr einen Rückgang der Zeitarbeitsbeschäftigten um rund ein Prozent auf durchschnittlich 865.000. Für 2014 erwarten die Branchenunternehmen einen leichten Zuwachs auf durchschnittlich 871.000 Beschäftigte.

Die wesentliche Ursache für die Stagnation des Zeitarbeitsmarktes ist nach Einschätzung von knapp 60 Prozent der Befragten der zunehmende Fachkräftemangel. Auf die höheren Kosten für Zeitarbeitskräfte durch die Einführung zahlreicher tariflicher "Equal-Pay"-Klauseln verweisen 45 Prozent, während nur knapp jedes dritte Unternehmen eine konjunkturell bedingt schwächere Arbeitskräftenachfrage erwartet.

"Die beschleunigte Lohnangleichung durch 'Equal-Pay'-Vereinbarungen macht Zeitarbeit teurer, aber keineswegs überflüssig. Unsere Umfrageergebnisse belegen, dass die Verleihbetriebe die höheren Kosten zumindest teilweise auf die Entleihbetriebe umlegen konnten, ohne dass die Nachfrage eingebrochen wäre", so Dr. Ralph Niederdrenk, Zeitarbeitsexperte und Partner bei PwC. "Entgegen der ursprünglichen Erwartung hat die Zeitarbeitsbranche die Einführung von Equal Pay also gut verkraftet. Das zentrale Bedürfnis der Unternehmen nach Kostenflexibilität bleibt intakt und wird auch weiterhin Erfolgsgarant der Zeitarbeit sein. Wie die befragten Unternehmen gehen auch wir kurz- bis mittelfristig von einer Stagnation des Marktes aus. Auf lange Sicht sind wir aber optimistisch."

Befürchteten vor einem Jahr knapp 80 Prozent der Zeitarbeitsunternehmen, die höheren Kosten durch 'Equal Pay' zumindest teilweise tragen zu müssen, ist dies nur bei 64 Prozent der Befragten tatsächlich eingetreten. Über einen Nachfragerückgang in Folge der tariflichen Regelungen berichten 50 Prozent der Unternehmen, während diese Konsequenz von fast 80 Prozent prognostiziert worden war.

Werkverträge als Alternative

Auch der Verleihmix, also die prozentuale Verteilung der Zeitarbeitskräfte nach Qualifikation, hat sich entgegen der Erwartungen der Betriebe durch die 'Equal-Pay'-Regelungen kaum verändert. Nach wie vor haben rund 30 Prozent der Zeitarbeitnehmer keinen Berufsabschluss - vor einem Jahr hatten die befragten Betriebe erwartet, dass der Anteil ungelernter Hilfskräfte auf Grund der höheren Lohnkosten auf unter 20 Prozent sinken würde. Demgegenüber ist der Anteil der Akademiker und Ausgebildeten in Angestelltenpositionen von 37 Prozent auf 33 Prozent gesunken. Vor Jahresfrist hatten die Zeitarbeitsunternehmen einen Anstieg auf 44 Prozent prognostiziert.

Die befürchtete Verdrängung von Zeitarbeit durch Vergabe von Werk
bzw. Dienstverträgen ist ebenfalls nicht in dem prognostizierten Ausmass eingetreten. Allerdings liegen hier Erwartungen und tatsächliche Entwicklung vergleichsweise nahe beieinander: Waren vor einem Jahr 73 Prozent der Zeitarbeitsbetriebe von einer verstärkten Auftragsvergabe an Subunternehmer ausgegangen, sehen aktuell immerhin 59 Prozent ihre Erwartungen bestätigt.

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