Zertifikate

 

Was sind Zertifikate?

Zertifikate zählen zu den strukturierten Produkten. Es handelt sich dabei um börsennotierte Wertpapiere, denen ein bestimmter Basiswert zugrunde liegt. Der Wert des Zertifikats hängt von der Kursentwicklung dieses Basiswertes ab. Bei dem Basiswert, der auch als "Underlying" bezeichnet werden kann, kann es sich um Börsenindizes, Aktien, aber auch Rohstoffe oder Anleihen handeln. Rechtlich gesehen handelt es sich bei einem Zertifikat um ein Wertpapier mit der Rechtsform einer Schuldverschreibung, ähnlich wie bei einer Anleihe. Ein Zertifikat verbrieft somit keine Eigentums- oder Aktionärsrechte am zugrundeliegenden Basiswert. Anleger erhalten lediglich ein Schuldrecht gegenüber dem Emittenten, dem sie vorübergehend ihr Geld überlassen. Der Anleger befindet sich somit in der Rolle des Gläubigers.

 

 

Wie funktionieren Zertifikate?

Mit Zertifikaten kann sowohl auf steigende als auch auf fallende oder seitwärts tendierende Kursverläufe gewettet werden. Verkauft der Anleger das Zertifikat nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt, erhält er am Fälligkeitstag den Wert der Schuldverschreibung ausbezahlt - nicht aber den Basiswert selbst. Da der Anleger im Falle von Zertifikaten nicht Eigentümer des dem Papier zugrundeliegenden Basiswertes wird, werden von den emittierenden Banken auch alle Dividenden und Zinszahlungen einbehalten. Einzig die Bedingungen des Zertifikates an sich sind daher ausschlaggebend für die Rendite, die der Anleger mit dem Papier erwirtschaften kann. Bei der Auswahl des genauen Zertifikats können Anleger aus dem Vollen schöpfen - die Produktvielfalt der Zertifikate ist immens und die Bandbreite reicht von recht risikoarmen Produkten bis hin zu Hebelzertifikaten mit hohem Risikofaktor. Die exakten Regularien, nach denen sich die tatsächlichen Auszahlungsmodalitäten der Zertifikate richten, legt jedoch der Emittent selbst fest. Sie können von Zertifikat zu Zertifikat teilweise deutlich variieren.

Wie wird ein Zertifikat gehandelt?

Zertifikate werden in aller Regel von Banken emittiert und vorwiegend an Privatkunden verkauft. Der Handel mit Zertifikaten findet vor allem ausserbörslich statt. In der Schweiz werden Zertifikate an der Börse Zürich gehandelt. In Deutschland können Zertifikate an den Börsen Stuttgart (EUWAX), Frankfurt (Scoach), Berlin und Düsseldorf gehandelt werden. In Österreich wiederum werden Zertifikate an der Wiener Börse gehandelt.

Diese Vorteile und Risiken gibt es beim Handel mit Zertifikaten

Der grosse Vorteil der Zertifikate ist ihre Variabilität. Der Zertifikate-Anleger kann nahezu aus jeder Marktsituation Profit schlagen. Über Zertifikate kann der Anleger am Basiswert nicht nur von steigenden sondern auch an fallenden Kursen profitieren oder auch von einem seitwärtslaufenden Kurs. Darüber hinaus bergen Zertifikate ein hohes Gewinnpotenzial. Risikoreichere Produkte, beispielsweise Hebelzertifikate, können sehr hohe Gewinne ermöglichen - aber im umgekehrten Fall ebenso hohe Verluste. Der Anleger ist jedoch frei, die Risikoklasse seines Produktes selbst zu wählen. Für die genaue Festlegung der tatsächlichen Rückzahlungsmodalitäten der Zertifikate sind jedoch letztendlich die Emittenten selbst verantwortlich - ihrer Phantasie ist dabei keine Grenze gesetzt. Für Anleger bedeutet dies, dass eine intensive Auseinandersetzung mit den Anlagebedingungen des Produkts und eine sehr gute Kenntnis der aktuellen Marktsituation unabdingbar ist, um das Chance-Risikoverhältnis des jeweiligen Zertifikats korrekt einschätzen zu können.
Ausserdem tragen Zertifikate-Anleger wie bei allen Arten von Schuldverschreibungen ein Emittentenrisiko: Im Falle einer Insolvenz des Emittenten droht ihnen im Extremfall sogar der Totalverlust ihres eingesetzten Kapitals.