Fraport Ausblick aus dem Geschäftsbericht

Hinweis: dies ist ein Auszug aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens. finanzen.ch übernimmt keine Gewährleistung für die Richtigkeit des Inhalts.


Die Ausbreitung des SARS-CoV-2 führt seit Wochen zu massiven Flugstreichungen und einer sehr zurückhaltenden Nachfrage sowohl im Interkontinental- als auch im Kontinentalverkehr. Im Februar sind die Passagierzahlen am Flughafen Frankfurt um vier Prozent zurückgegangen. Die negative Tendenz hat sich hierbei im Laufe des Monats deutlich verschärft: In der letzten Februarwoche lag der Rückgang bei minus 14,5 Prozent. In der ersten Märzwoche gingen die Passagierzahlen sogar um etwa 30 Prozent zurück. Um auf der Kostenseite gegenzusteuern, hat Fraport eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht: Alle Kostenpositionen stehen derzeit auf dem Prüfstand, getätigt werden nur noch betrieblich zwingend notwendige Ausgaben. Neueinstellungen bei der Fraport AG erfolgen bis auf weiteres faktisch nicht. Die Fluktuation wird genutzt, um die Personalkosten zu senken, Arbeitsschichten im operativen Bereich werden in den Sommer oder Herbst geschoben. Den Beschäftigten wird angeboten, auf freiwilliger Basis unbezahlten Urlaub oder eine vorübergehende Reduzierung der Arbeitszeit in Anspruch zu nehmen. Kurzarbeit ist in Vorbereitung. Dr. Stefan Schulte: „Wir müssen derzeit davon ausgehen, dass sich die starken Verkehrsrückgänge in den nächsten Wochen und Monaten fortsetzen, ohne dass wir Ausmaß und Dauer der Rückgänge verlässlich abschätzen können. Daher können wir aktuell keinen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr geben. Aus Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unserem Unternehmen ist es jetzt entscheidend, den Personaleinsatz so schnell und sozialverträglich wie möglich an den reduzierten Bedarf anzupassen und unsere variablen Kosten soweit es geht zu reduzieren.“ Ohne die Ausbreitung des SARS-CoV-2 hätte Fraport die Verkehrsentwicklung in Frankfurt in etwa auf Vorjahresniveau erwartet. Berücksichtigt man die aktuelle Entwicklung, so ist von einem deutlichen Rückgang des Passagieraufkommens in Frankfurt auszugehen. Dies wird auch zu einem deutlich geringeren Konzern-Umsatz am Standort Frankfurt führen. Pro ausbleibendem Passagier rechnet der Vorstand derzeit mit einem negativen EBITDA-Effekt in Frankfurt von etwa zehn Euro bis circa 14 Euro. Zusätzlich sind die Auswirkungen auf die Passagierentwicklung an den Konzern-Flughäfen derzeit nicht absehbar. Hier kann die Ausbreitung des SARS-CoV-2 sich ebenfalls dämpfend auf den um IFRIC 12 bereinigten Konzern-Umsatz sowie die Ergebniskennzahlen auswirken. In Summe erwartet der Vorstand ein deutlich rückläufiges Konzern-EBITDA, -EBIT und Konzern-Ergebnis. Der Vorstand beabsichtigt, die Dividende für das Geschäftsjahr 2020 dennoch bei 2,00 Euro je Aktie stabil zu halten.

Update 6.05.2020: Aufgrund der nach wie vor hohen Unsicherheit kann für das laufende Geschäftsjahr weiterhin keine konkrete Prognose abgegeben werden. Der Vorstand bestätigt aber den gegebenen Ausblick, dass sich alle finanziellen Leistungsindikatoren deutlich negativ entwickeln werden und erwartet für das Geschäftsjahr 2020 ein negatives Konzern-Ergebnis.

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