ANZEIGE Familienunternehmen

Erfolgsfaktoren von Familienunternehmen

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren von Familienunternehmen im Vergleich zu klassischen Publikumsgesellschaften dürfte in der langfristigen Ausrichtung liegen. Es steht meist nicht das kurzfristig schnelle Wachstum im Vordergrund. Das Augenmerk liegt vielmehr auf den über Jahre hinweg geschaffenen Vermögenswerten. Diese zu erhalten oder gar auszubauen ist ein wichtiger Teil der Unternehmensstrategie. Was auch daran liegt, dass sich die Entscheidungsträger von Familienunternehmen den nachkommenden Generationen in besonderem Masse verpflichtet fühlen.

Wachstumsstark und krisenresistent

Familienunternehmen eilt zudem der Ruf voraus, in Krisenzeiten besonders robust zu sein. Das sehen nicht nur Wirtschaftshistoriker so, dieses Phänomen tritt auch in der Neuzeit auf. Den Beweis liefert die BHF Bank, welche in einer 2014 veröffentlichten Studie ausgesuchte europäische Familienunternehmen analysierte. Im Jahr 2007, also unmittelbar vor der globalen Finanzkrise, erreichte der untersuchte Fundus gemessen am Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) eine Marge von im Mittel 14,2 Prozent. Anschliessend wehrten sich die Familienunternehmen erfolgreich gegen eine übermässige Erosion dieses Spitzenwertes. Der Durchschnittswert für die Ebit-Marge blieb auch während der Krisenjahre zweistellig. Bereits 2011 erreicht er mit 14,9 Prozent sogar ein neues Top-Niveau.

Auf vergleichbare Ergebnisse kommt eine Analyse der Credit Suisse. Die Studie «The Family Business Model» des Research Institutes stellte in einer Untersuchung zwischen 2006 und 2015 fest, dass in den USA und Europa ansässige Familienunternehmen einen geringeren Verschuldungsgrad aufwiesen als ihre nicht in Familienbesitz befindlichen Pendants. Gegenüber Publikumsgesellschaften wurden im Anschluss an die jüngste Finanzkrise die Schulden zudem schneller abgebaut. Die Messung ergab darüber hinaus, dass ein Basket mit 920 Unternehmen aus aller Welt, die sich in Familienbesitz befinden, sowohl während der Internet-Blase als auch in der Finanzkrise ein höheres und weniger volatiles Umsatzwachstum zeigte. Bei den Familienunternehmen betrug die Steigerung zehn Prozent zwischen 1995 und 2014, bei den Mitgliedern des MSCI ACWI betrug das Plus dagegen "nur" 7,3 Prozent.

Überdurchschnittliche Profitabilität sorgt für Outperformance

Dass Unternehmen, welche von Familien kontrolliert werden, langfristig besser abschneiden und profitabler sind, zeigt auch die von UBS Research verfasste Studie «Q-Series - Why do Family-Controlled Public Companies Outperform? The Value of Disciplined Governance» aus dem Jahr 2015. Die Experten kommen in einer historischen Untersuchung zu dem Ergebnis, dass eigentümergeführte Unternehmen aus dem Small- und Mid Cap-Bereich in den zurückliegenden zehn Jahren durchwegs besser abgeschnitten haben als ihre jeweiligen Vergleichsindizes. Zudem sind die Aktienkurse von Familienunternehmen weniger Schwankungen unterworfen als Vergleichsunternehmen aus globalen Large Cap-Indizes.

Entscheidend für die Outperformance ist die robuste Gewinnentwicklung der Familienunternehmen. UBS untersuchte historische Daten zwischen Februar 2005 und Februar 2015. Das Ergebnis: Der Gewinn je Aktie von eigentümergeführter Gesellschaften aus dem UBS-Universum erhöhte sich um 14,7 Prozent. Beim MSCI World wuchsen die Profite im selben Zeitraum lediglich um 4,6 Prozent. Selbst bei der Betrachtung einer kürzeren Periode von fünf Jahren zeigten sich die Familienunternehmen nicht nur wachstumsstärker (13,9 Prozent vs. 9,4 Prozent), sondern auch deutlich profitabler. Auf operativer Ebene glänzten Familienunternehmen mit einer Rendite von 15,5 Prozent, die analysierten Large Caps waren mit 11,9 Prozent bei weitem nicht so erfolgreich.

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