LUXEMBURG (awp international) - Eine Vergemeinschaftung der Schulden einzelner Eurostaaten ist nach Einschätzung von Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret kaum zu verhindern. "Es ist extrem schwer, das No-Bail-Out-Prinzip einzuhalten", sagte Dombret vor dem Hintergrund der griechischen Schuldenproblematik. Dass das Prinzip im bisherigen Verlauf der Schuldenkrise bereits dermassen ausgereizt wurde, sei jedoch nicht vollkommen ungerechtfertigt, betonte der Bundesbanker am Montag in einer Rede vor dem International Banker's Club in Luxemburg. Denn die Eurozone sei inzwischen so eng miteinander verflochten, dass die Probleme einzelner Länder schnell auf den gesamten Währungsraum übergreifen könnten.
"Auf lange Sicht ist es jedoch gefährlich, wenn hochverschuldete Staaten sich ohne wenn und aber auf Hilfsleistungen verlassen können", sagte Dombret laut Redetext. Auch die Geldpresse der Notenbank sei eine Gefahr. Auf diese nahezu unbegrenzten Möglichkeiten zurückzugreifen, um Staatsschulden zu finanzieren, löse keine Probleme, sondern schaffe zusätzliche. Die Unabhängigkeit der Notenbank und die Stabilität der Währung würden damit aufs Spiel gesetzt. "Geld kann kein Vertrauen kaufen"./hbr/jsl