Inflation gestiegen 02.11.2017 13:11:52

Britische Notenbank erhöht Leitzins erstmals seit zehn Jahren

Britische Notenbank erhöht Leitzins erstmals seit zehn Jahren

Sie erhöhte den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,50 Prozent. Die Ungewissheit über den Brexit habe zu einer geringeren Potenzialrate der Wirtschaft geführt, begründete die Notenbank ihre Entscheidung. Ökonomen hatten mit diesem Beschluss gerechnet. Es gab zwei Gegenstimmen im Rat: David Ramsden und Jon Cunliffe stimmten für stabile Zinsen.

Bis Ende 2020 signalisierte die BoE zwei weitere Zinserhöhungen. Seit August 2016 hatte der Schlüsselzins auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent notiert, zuletzt hatte es im Juli 2007 eine Zinserhöhung gegeben.

Die Zinswende in Grossbritannien ist durchaus umstritten, denn das Umfeld spricht nicht unbedingt für eine geldpolitische Straffung. Kritiker verweisen auf das abgeschwächte Wirtschaftswachstum, die sinkende Kaufkraft der Arbeitnehmer und die erhebliche Ungewissheit wegen des bevorstehenden EU-Austritts. Befürworter argumentieren dagegen mit der stark gestiegenen Inflation, die deutlich über dem Ziel der BoE von 2 Prozent liegt. Der Hauptgrund für die hohe Inflation ist die Abwertung des Pfund seit dem Brexit-Votum.

Ob dieser Zinserhöhung noch weitere Schritte folgen werden, ist noch nicht ausgemacht. Zunächst machte die BoE nur die Zinssenkung vom August 2016 rückgängig, weil die unmittelbaren Auswirkungen des Brexit-Votums bisher bei weitem nicht so gravierend ausgefallen sind, wie das befürchtet worden war.

Mitarbeit: Andreas Plecko

Von Jason Douglas und Paul Hannon

LONDON (Dow Jones)

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