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BAAR/ZUG (awp international) - In der Rohstoffbranche bahnt sich eine Milliardenfusion an. Der weltgrösste Rohstoffhändler Glencore und der Minenbetreiber Xstrata sprechen über einen Zusammenschluss. Dies teilte Xstrata am Donnerstag in Zug mit und bestätigte damit Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Es sei jedoch noch offen, ob es zu einer Offerte komme.
Beide Unternehmen sind an der Londoner Börse notiert und haben ihren Firmensitz unter anderem aus steuerlichen Gründen in der Schweiz. Am Finanzmarkt war die Reaktion positiv: Xstrata-Aktien schossen um über zehn Prozent in die Höhe. Auch Glencore-Titel waren mit einem Plus von mehr als zwei Prozent in einem etwas schwächeren Markt gefragt.
ENGE VERZAHNUNG
Mit einem Zusammenschluss würden zwei Gesellschaften wieder zusammengeführt, die vor einem Jahrzehnt aufgespalten worden waren. Xstrata hatte damals Minen von Glencore in Australien und Südafrika für mehr als zwei Milliarden Dollar gekauft und war dann an die Londoner Börse gegangen. Doch auch heute sind die beiden Unternehmen noch recht eng miteinander verzahnt.
Glencore kommt derzeit auf einen Marktwert von knapp 30 Mrd GBP, während Xstrata an der Börse rund 33 Mrd GBP wert ist. Rechnet man den Anteil von 34%, den Glencore bereits an Xstrata hält, aus der Bewertung heraus, kommen die beiden Unternehmen auf einen Wert von rund 52 Mrd GBP (rund 75 Mrd CHF). Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg könnte ein Zusammenschluss bereits in dieser Woche mitgeteilt werden. Die Agentur beruft sich dabei auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.
ÜBERSCHNEIDUNGEN BEGRENZT
Händlern zufolge wären die Xstrata-Aktionäre Nutzniesser eines Zusammengehens, da dies einer Übernahme von Xstrata durch Glencore gleichkomme. Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade betonte, damit bewahrheiteten sich die Spekulationen der vergangenen Jahre. Glencore habe nun "Nägel mit Köpfen gemacht und Fakten geschaffen". Die Transaktion sei sinnvoll, da Xstrata sehr gut positioniert sei und viel Synergiepotenzial bestehe. Ein Zusammengehen würde die Minen-Kompetenz und die Handelskompetenz der zwei Gesellschaften vereinen, erklärte ein anderer Analyst: "Zwei und zwei zusammen sollte deshalb fünf ergeben."
Analyst Liam Fitzpatrick von der Credit Suisse geht von einer einvernehmlichen Fusion aus, die grossteils oder sogar vollständig durch einen Aktientausch umgesetzt werden dürfte. Sie würde einen wachstumsstarken und breit aufgestellten Rohstoffkonzern schaffen. Zudem gebe es beträchtliches Synergiepotenzial von drei bis sieben Prozent des erwarteten gemeinsamen Nettogewinns im laufenden Jahr. Die operativen Überschneidungen seien begrenzt. Grössere wettbewerbsrechtliche Probleme für einen Zusammenschluss sieht der Experte nicht.
jha/fn/wiz/mk
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