Kritik wiederholt 17.01.2018 07:16:43

Weidmann hält Auslauf des EZB-Anleihekaufprogramms 2018 für angemessen

Weidmann hält Auslauf des EZB-Anleihekaufprogramms 2018 für angemessen

"Das hielte ich aus heutiger Sicht für angemessen", sagte Weidmann im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Er bekräftigte seine grundsätzliche Kritik an dem Staatspapierekauf durch die Notenbanken der Währungsunion, die dafür inzwischen insgesamt schon rund 2,3 Billionen Euro ausgegeben haben.

"Ich war und bin der Auffassung, dass Staatanleihekäufe grundsätzlich nur ein Notfallinstrument sein sollten, insbesondere wenn eine Deflation droht", sagte Weidmann der FAZ. "Die Käufe haben nämlich nicht vernachlässigbare negative Nebenwirkungen. So sind die Zentralbanken dadurch inzwischen zu den grössten Gläubigern der Staaten geworden."

Weidmann hatte sich während der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Herbst für ein klares Enddatum der Staatsanleihekäufe ausgesprochen, fand dafür aber keine Mehrheit im Rat.

Weidmann sprach sich zudem gegen eine übereilte Aufnahme Bulgariens in die Währungsunion aus. Es sei eine der klarsten Lehren aus der Krise, dass Länder, die an der Währungsunion teilnehmen, den Verzicht auf eine eigene Geldpolitik auch gut verkraften können müssten.

Der Bundesbankpräsident warnte vor der Schaffung eines weiteren Stabilitätsfonds, der Ländern im Krisenfall ohne Auflagen Hilfskredite geben soll. Die bestehende ESM sei seiner Meinung nach ausreichend. Ein zusätzlicher Finanztopf berge auch Risiken.

Auf die Frage, ob nach dem Amtsende Draghis im Herbst 2019 auch mal ein Deutscher EZB-Chef werden könnte, sagte Weidmann, man dürfe keine Nationalität ausschliessen. Es sei aber auch keine Nationalität gesetzt. Entscheidend sei die Expertise und Stabilitätsorientierung. Weidmann selbst gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge Mario Draghis.

DJG/sha/cbr

FRANKFURT (Dow Jones)

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