Axpo erzielt Jahresgewinn 20.12.2017 08:51:36

Verluste bei Stromproduktion in der Schweiz

Verluste bei Stromproduktion in der Schweiz

Der Energiekonzern musste im Gegensatz zu den Vorjahren keine substanziellen Wertberichtigungen vornehmen, weil sich die Ertragsaussichten aus dem Stromverkauf verbessert haben. In den drei Jahren zuvor war es zu Milliardenverlusten gekommen. Das Marktumfeld bleibt aber schwierig.

Im Berichtszeitraum (per Ende September) konnte die Gesamtleistung auf 5,57 Mrd CHF gesteigert werden nach 5,42 Mrd im Vorjahr. Den Ausschlag dafür hätten höhere Energiepreise gegeben sowie der Energiehandel, teilt der Energiekonzern am Mittwoch mit. Der Strom- und Gasabsatz ging mengenmässig hingegen auf 78,4 Terawattstunden zurück von 101,1 Terawattstunden.

Der EBIT erreichte 269 Mio CHF nach -1,23 Mio CHF im Geschäftsjahr 2015/16. Unter dem Strich lag der Gewinn bei 310 Mio CHF nach einem Verlust von 1,25 Mrd CHF. Von einem erfreulichen Unternehmensergebnis ist die Rede: "In einem nach wie vor von tiefen Strompreisen und marktverzerrenden Einflüssen geprägten Umfeld wirkte sich die konsequente Umsetzung der auf Cashflow-Stärkung und Wertsteigerung ausgerichteten Strategie positiv auf das Ergebnis aus", heisst es.

NEUES GESCHÄFT HILFT

So habe das Kostensenkungsprogramm einen wesentlichen Beitrag geleistet: Das Ziel von 200 Mio CHF wiederkehrender Einsparungen pro Jahr konnte leicht übertroffen werden. Zudem stützte eine Entschädigung von Swissgrid für die Übernahme des Höchstspannungsnetzes in Höhe von 163 Mio CHF das Resultat sowie ein verbessertes Finanzergebnis.

Während es bei der Stromproduktion in der Schweiz weiter zu Verlusten kam, konnten Gewinne in Europa helfen, die Ertragsschwächen aufzufangen: Im Ausland habe Axpo aus strompreisunabhängigen Geschäften "einen substanziellen Gewinn auf nachhaltiger Basis" erwirtschaftet. Die Tochtergesellschaft Volkswind etwa habe mittlerweile insgesamt 60 Windparks mit über 700 Megawatt installierter Leistung, weitere 3'000 Megawatt seien in der Pipeline.

Auch die Vermarktung und Beschaffung von Energie für Firmenkunden habe sich gut entwickelt: Axpo sei in 39 Märkten im Stromhandel aktiv. Am Heimatmarkt habe derweil CKW ein positives Betriebsergebnis erzielt, und die IT-Tochter Avectris mehrere neue Kunden gewonnen. Auch im Bereich Netze wurde das Dienstleistungsgeschäft ausgebaut und wurden Grossaufträge gewonnen.

Die Investitionen gingen derweil um rund zwei Drittel auf 294 Mio CHF zurück - wegen abgeschlossener Grossprojekte, unter anderem dem Pumpspeicherwerk Limmern. Der Free Cashflow bleibt weiterhin negativ mit -119 Mio nach -529 Mio.

MITTELFRISTIGE ERHOLUNG IN SICHT

Mit Blick auf den Stromverkauf und die Zukunft heisst es: Obwohl für die Ertragsaussichten aus dem Stromverkauf ab 2020 - wegen steigender Grosshandelspreise für Strom und einem festeren Euro zum Franken - eine Erholung in Sicht ist, halte der Druck auf die Erträge bis 2018/19 an. Das insgesamt erfreuliche Jahresresultat und der mittelfristig positive Ausblick dürften darüber nicht hinwegtäuschen.

Denn wegen der Absicherung der Strompreise und des Euro-Wechselkurses bis zu drei Jahre im Voraus werde sich die Verbesserung dieser beiden wichtigen externen Faktoren erst im Geschäftsjahr 2019/20 in den Resultaten niederschlagen. Axpo hat - mit Ausnahme von CKW - im Gegensatz zu anderen Schweizer Stromunternehmen keine tarifgebundenen Endkunden, denen sie Gestehungskosten verrechnen kann.

KAPITALMARKTFÄHIGKEIT OBERSTES ZIEL

Oberstes strategisches Ziel bleibe die nachhaltige Sicherung der Profitabilität, der Liquidität und der Kapitalmarktfähigkeit. Deshalb müssten die Kosten weiter gesenkt, das Kerngeschäft optimiert und die strompreisunabhängigen Geschäftsfeldern ausgebaut werden. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung auch in diesem Jahr vor, auf eine Dividende zu verzichten.

Im September hatte Axpo zudem bereits angekündigt, auf den 2016 in Betracht gezogenen Gang an den Kapitalmarkt zu verzichten. Als Gründe werden die besseren Ertragsaussichten sowie die operativen Fortschritte genannt. Das Unternehmen bereite sich aber so vor, dass - bei Bedarf - der Gang an den Kapitalmarkt binnen Jahresfrist möglich wäre. Ursprünglich sollten für die Wachstumsfelder, die unter Axpo Solutions zusammengefasst sind, neue Investoren gefunden werden.

ys/rw

Zürich (awp)

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Bildquelle: keystone,Jeff Chevrier/Istockphoto

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