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21.04.2017 09:35:51

UPDATE2/Tatverdächtiger nach Anschlag auf BVB-Mannschaftsbus gefasst

   -- BKA: Tatverdächtiger nach Anschlag auf BVB-Mannschaftsbus gefasst

   -- Tatverdächtiger handelte anscheinend aus Geldgier

   -- Täter wollte offenbar möglichst viele Spieler verletzen, um BVB-Aktie zum Absturz zu bringen

   (NEU: Weitere Angaben der Bundesanwaltschaft)

   KARLSRUHE (AFP)--Anderthalb Wochen nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund haben die Ermittler einen Tatverdächtigen gefasst. Beamte der Spezialeinheit GSG9 nahmen am frühen Freitagmorgen einen 28-Jährigen im Raum Tübingen fest, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Er soll aus Habgier versucht haben, möglichst viele Spieler des Vereins zu verletzen oder gar zu töten, um die BVB-Aktie zum Absturz zu bringen.

   Dem festgenommenen Sergej W. werden versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Bei dem Anschlag am 11. April waren drei Sprengsätze in der Nähe des BVB-Mannschaftsbusses explodiert, als sich die Spieler auf dem Weg zu der Champions-League-Partie gegen den AS Monaco befanden. Dabei wurden der BVB-Fussballer Marc Bartra und ein Polizist verletzt.

   Laut Bundesanwaltschaft kaufte W. am Tag des Anschlags 15.000 Verkaufsoptionen für die Aktie des börsennotierten Vereins. Mit diesen sogenannten Put-Optionen spekuliert ein Käufer auf fallende Kurse und kann die Papiere über einen bestimmten Zeitraum zu einem im Voraus festgelegten Preis verkaufen. Bei einem massiven Verfall der Aktie von Borussia Dortmund hätte der Gewinn "ein Vielfaches des Einsatzes" betragen, teilten die Ermittler mit.

Kauf der Verkaufsoptionen erfolgte über die IP-Adresse des Hotels Der Kauf der Verkaufsoptionen erfolgte demnach über die IP-Adresse des Hotels "L'Arrivée", wo die Mannschaft von Borussia Dortmund gastierte. W. hatte sich dort bereits am 9. April einquartiert - in einem Dachgeschosszimmer mit Blick auf den späteren Anschlagsort. Den Kauf der Put-Optionen soll W. über einen Verbraucherkredit finanziert haben.

   Der Anschlag hätte offenbar noch weitaus verheerendere Folgen haben können. Die drei in einer Hecke platzierten Sprengsätze wurden der Bundesanwaltschaft zufolge zwar "zeitlich optimal" gezündet. Allerdings war der mittlere der drei Sprengsätze offenbar zu hoch angebracht, um seine Wirkung voll entfalten zu können. Die Sprengsätze waren mit sieben Zentimeter langen Metallstiften bestückt, die noch in einer Entfernung von 250 Meter gefunden wurden. Auch in einer Kopfstütze innerhalb des Mannschaftsbusses wurde einer der Stifte entdeckt.

   Nach dem Anschlag waren am Tatort drei identische Bekennerschreiben gefunden worden, in denen ein radikal-islamistisches Motiv für den Anschlag angegeben wird. Laut Bundesanwaltschaft bestehen nach islamwissenschaftlichen Untersuchungen dieser Schreiben "an einem radikal-islamistischen Ursprung erhebliche Zweifel".

   Am Tag nach dem Anschlag hatten die Ermittler zunächst einen Iraker festgenommen, eine Beteiligung an dem Anschlag konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden. Er wurde allerdings wegen Verdachts der Mitgliedschaft in der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Untersuchungshaft genommen.

   Im Internet war nach dem Anschlag auf den BVB-Bus zudem ein Bekennerschreiben aus der linksextremistischen Szene veröffentlicht worden, an dessen Echtheit aber ebenfalls erhebliche Zweifel bestehen. Auch bei den rechtsextremistischen Bekennerschreiben, die am 13. April bei mehreren Medien eingegangen waren, deutet laut Bundesanwaltschaft "derzeit nichts daraufhin, dass es vom Täter stammt".

   An den Ermittlungen die nun zur Festnahme von Sergej W. führten waren mehrere hundert Beamte des Bundeskriminalamtes sowie der nordrhein-westfälischen und der baden-württembergischen Polizei beteiligt. Weitere Einzelheiten will die Bundesanwaltschaft am Freitagmittag um 12.30 Uhr bekanntgeben.

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

   DJG/kla

   (END) Dow Jones Newswires

   April 21, 2017 03:05 ET (07:05 GMT)- - 03 05 AM EDT 04-21-17

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