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Geschäft mit der Gesundheit 19.04.2017 20:31:00

Konzernchef mit grossen Plänen: So will Nestlé seine Talfahrt stoppen

Konzernchef mit grossen Plänen: So will Nestlé seine Talfahrt stoppen

Verunreinigtes Milchpulver, bleihaltige Maggi-Nudeln, Nespresso-Müllberge - Nestlé hat sich schon mit so einigen Skandalen das eigene Image ruiniert. Das schlägt natürlich auch auf die Umsatzzahlen durch: Zum vierten Mal in Folge konnte das selbst gesetzte Ziel von fünf bis sechs Prozent Umsatzwachstum im Jahr nicht erreicht werden. Nun soll der neue Chef Ulf Mark Schneider einen Konzernumbau in die Wege leiten, der das Geschäft wieder auf die Beine bringen soll. Mit dem Einstieg in den Gesundheitsmarkt will der Nahrungsmittelriese wieder zu den Guten gehören.

Das Milliardengeschäft mit der Nahrung

Mehr als 150 Jahre ist es her, seit der deutsche Apotheker Heinrich "Henri" Nestlé ein lösliches Milchpulver herstellte, das Kleinkindern als Muttermilchersatz dienen konnte. Damit nahm der Erfolg seinen Lauf. Heute hat sich Nestlé zu einem der erfolgreichsten Unternehmen der Welt entwickelt. Im Mittelpunkt steht nicht mehr nur Babynahrung, sondern auch eine ganze Reihe von anderen Produkten, die von Fertiggerichten über Süssspeisen bis hin zu Getränken verschiedenster Sorten reichen. Im Jahr 2016 hat Nestlé einen Umsatz von 84 Milliarden Schweizer Franken erwirtschaftet, was den Lebensmittelkonzern zu einem der umsatzstärksten Schweizer Unternehmen der Welt macht. Darüber hinaus ist Nestlé mit einer Marktkapitalisierung von 230 Milliarden Franken das derzeit wertvollste Unternehmen im SMI.

Die Skandale

Jüngste Skandale haben das Image des Lebensmittelkonzerns jedoch beträchtlich geprägt. Nestlé wird vorgeworfen, in vielen Fällen unverantwortlich gehandelt und Menschenleben gefährdet zu haben. So soll Nestlé verunreinigtes Milchpulver in China auf den Markt gebracht haben, für dessen Verpackung Melanin verwendet wurde. Die Industriechemikalie kann zu schweren Nierenerkrankungen führen. Sechs Kinder sind zu dieser Zeit gestorben und bis zu 300.000 wurden im Krankenhaus behandelt. Mit hohen Blei-Konzentrationen in indischen Maggi-Fertignudeln sorgte Nestlé für einen weiteren grossen Skandal. Der Blei-Gehalt der Instant-Nudeln überschritt die national zugelassenen Höchstwerte um das Siebenfache. Nestlé stoppte den Verkauf und rief 27.000 Tonnen Nudeln wieder zurück. Man sprach von der grössten Rückrufaktion der Firmengeschichte. Für die wohl grösste Empörung sorgte nicht zuletzt der ehemalige Firmenchef selbst mit seiner Aussage, dass Wasser kein öffentliches Gut und der Zugang zu Wasser kein Menschenrecht sei. Nestlé ist dafür bekannt, weltweit - unter anderem in sehr trockenen Regionen - Wasserrechte gekauft zu haben.

"Gutes Essen, gutes Leben"

Zu seinem Abschied von Nestlé kündigte der ehemalige Konzernchef Brabeck-Letmathe an, dass der Nahrungsmittelriese in Zukunft zu einem "Unternehmen für Ernährung, Gesundheit und Wellness werden" wird. "Gutes Essen, gutes Leben" lautet der neue Slogan. Damit wollen die Schweizer ihr Image wieder aufpolieren und die Umsatzzahlen steigern. Mit gesundheitsorientierten Nahrungsmitteln liegen die Gewinnmargen schliesslich höher als mit konventionellen Produkten. Bereits seit 1997 gibt es den Geschäftsbereich Nutrition, der durch die Übernahme von Novartis Medical Nutrition noch weiter ausgebaut wurde. Damit bietet der Lebensmittelkonzern funktionelle Lebensmittel für alte und kranke Menschen an, die als Ergänzungsnahrung zu medizinischen Therapien aufgenommen werden. Zum einen können das harmlose Zusatzstoffe sein wie beispielsweise Vitamine oder Mineralstoffe, die den Körper positiv beeinflussen. Zum anderen hocheffektive medizinische Wirkstoffe, für die es bestimmte Zulassungen vonseiten der jeweiligen Gesundheitsbehörden bedarf. Darüber hinaus wirbt Nestlé mit der Firmenerweiterung Nestlé Skin Health für Hautpflegeprodukte und entwickelt sich allmählich zu einem Lifestyle/Wellness-Unternehmen.

Dass Gesundheit und Wellness nicht nur zum Randgeschäft werden, sondern eine komplette Neuausrichtung des Unternehmens einleiten sollen, zeigt die Wahl des neuen Firmenchefs Ulf Mark Schneider. "Es ist markant, dass sich Nestlé nicht für einen CEO aus der Konsumgüterbranche entschieden hat", so ein Analyst der Zürcher Bank Vontobel, Jean-Philippe Bertschy. Die Integration der Segmente Gesundheit und Hautpflege, die dem neuen CEO direkt unterstellt sein und nicht als eigenständige Unternehmenszweige fungieren sollen, zeige eine positive Entwicklung.

Der neue Chef soll das Wachstum antreiben

Als der neue Nestlé-Chef will Ulf Mark Schneider die Umsatzzahlen des Lebensmittelkonzerns wieder auf Touren bringen. Der seit Jahresbeginn amtierende Firmenchef möchte das Kerngeschäft mit Nahrungsmitteln ausbauen und verstärkt auf den Gesundheitsmarkt setzen. "Es gibt keine Notwendigkeit, die Strategie zu ändern, es geht darum, sie gut umzusetzen", betonte der ehemalige Fresenius-Chef bei seiner ersten Pressekonferenz. Er hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 mittlere einstellige Wachstumsraten zu erreichen. Damit würde der Umsatz aus früheren Jahren wieder erreicht. Der 51-jährige ist bekannt für sein hervorragendes Management-Talent und seine Kenntnisse im Bereich Gesundheit. Zweimal wurde er zum Manager des Jahres gekürt. Während seiner Amtszeit bei Fresenius hat sich der Unternehmensumsatz vervierfacht und der Gewinn verzwölffacht. Derartige Steigerungsraten sind seinem neuen Arbeitgeber freilich nur schwerlich zu erwarten. Doch lässt sich mit der bei Nestlé reichlich vorhandenen Manövriermasse einiges erreichen.

Redaktion finanzen.net

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Bildquelle: Bloomberg,Keystone,Taina Sohlman / Shutterstock.com

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