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09.11.2017 09:39:36

Flüssigkristalle bereiten Merck Probleme - Vorsichtiger für 2017

(Ausführliche Fassung)

DARMSTADT (awp international) - Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA kämpft mit anhaltend starker Konkurrenz in seinem Geschäft mit Flüssigkristallen und wird für das Gesamtjahr zurückhaltender. Als problematisch erweist sich auch der zuletzt wieder stärkere Euro. Der Konzern geht nunmehr davon aus, dass er beim Umsatz und operativem Ergebnis (Ebitda) eher das untere Ende der anvisierten Spanne erreichen wird, wie Merck am Donnerstag in Darmstadt mitteilte. Dabei wachsen auf der anderen Seite die Forschungskosten. Das dritte Quartal konnten die Südhessen nur durch einen Anteilsverkauf retten, im eigentlichen Geschäft lief es schlechter.

An der Börse reagierten die Investoren zunächst erleichtert, da Analysten auch eine Senkung der Prognose für möglich gehalten hatten. Die im Dax notierte Merck-Aktie legte im frühen Handel um knapp ein Prozent zu und war damit einer der stärksten Gewinner. Das Papier hinkt aber seit einiger Zeit dem Dax hinterher. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste auf knapp sechs Prozent. Damit ist das Papier einer der schwächsten deutschen Standardwerte.

Merck steht im Geschäft mit Flüssigkristallen etwa für Displays von Smartphones unter starkem Konkurrenzdruck. Der Wettbewerb vor allem mit chinesischen Anbietern kostete zuletzt Marktanteile. Deshalb hatte das Management bereits zur Halbjahresbilanz seine Umsatzprognose gesenkt. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern seither Erlöse zwischen 15,3 und 15,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) soll ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen 4,4 bis 4,6 Milliarden Euro erreichen - nach knapp 4,5 Milliarden Euro vor einem Jahr.

Um selbst das untere Ende seiner Umsatzprognose zu erreichen, müsste Merck nun einen Jahresendspurt hinlegen. Bis Ende September sind knapp 11,5 Milliarden Euro erreicht. Das lag vor allem am abgeschwächten Wachstumstempo im dritten Quartal: Von Juli bis September stiegen die Erlöse nur leicht um 0,1 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Geschuldet war dies insbesondere negativen Währungseffekten durch den im Vergleich zum Euro geschwächten Dollar sowie Umsatzeinbussen im Flüssigkristallgeschäft.

In seiner Laborsparte konnte Merck leicht wachsen. Die Pharmasparte konnte sich ebenfalls moderat steigern, trotz Umsatzeinbussen mit den drei derzeit wichtigsten Kassenschlagern Erbitux (Krebs), Rebif (Multiple Sklerose) und dem Fruchtbarkeitsmittel Gonal-F.

Weil diese Mittel in die Jahre gekommen sind und zunehmend weniger abwerfen, investiert der Konzern viel Geld in seine neuen Hoffnungsträger - eine neue Krebstherapie mit dem Mittel Bavencio (Wirkstoff Avelumab) und die Multiple-Sklerose-Tablette Mavenclad (Cladribin). Die Forschungs- und Entwicklungskosten steigen deshalb stark an, ebenso kletterten zuletzt die Vermarktungs- und Vertriebskosten für die neuen Mittel. Mavenclad ist bereits in der EU zugelassen, Bavencio in den USA für zwei kleinere Indikationen.

Die höheren Aufwendungen und die Schwäche im Tagesgeschäft schlugen auf das Ergebnis durch: Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sank um mehr als 8 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente Merck dank des Verkaufs des Biosimilar-Geschäfts 645 Millionen Euro - das waren rund 41 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Konzern hatte das Geschäft mit biopharmazeutisch hergestellten Arzneien im Frühjahr an den Fresenius-Konzern veräussert. Im dritten Quartal brachte dies inklusive Anzahlungen auf weitere Dienstleistungen rund 200 Millionen Euro ein./tav/zb/jha/

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