Optionen

 
Was sind Optionen?

Bei einer Option handelt es sich um ein Recht – jedoch nicht die Pflicht – eine ganz bestimmte Menge eines Basiswertes (z.B. Aktie) innerhalb einer festgelegten Laufzeit (amerikanische Option) oder zum Fälligkeitszeitpunkt (europäische Option) zu einem im Voraus festgelegten Preis kaufen oder verkaufen zu können. Der Käufer einer Option ist Inhaber des Rechts zum Kauf (Call) oder Verkauf (Put) des Basiswertes und zahlt dem Verkäufer der Option (Stillhalter) dafür eine Optionsprämie. Der Stillhalters muss warten, was der Rechteinhaber tut. Möchte der Inhaber einer Call-Option von seinem Recht Gebrauch machen, so muss der Stillhalter den Basiswert liefern, und zwar zum vorher festgelegten Preis. Wenn der Inhaber einer Put-Option von seinem Recht Gebrauch macht, muss der Stillhalter den Basiswert abnehmen, ebenfalls zum zuvor festgelegten Preis. Somit existieren vier Grundpositionen bei Optionsgeschäften: Der Kauf eines Calls, der Kauf eines Puts, der Verkauf eines Calls und der Verkauf eines Puts.

 

 

Wie funktionieren Optionen?

Beim Kauf einer Call- oder Put-Option ist vom Käufer eine Optionsprämie zu entrichten, die der Verkäufer (Stillhalter) erhält. Da die Optionsprämie im Vergleich zum Preis des Basiswertes niedrig ist, entsteht die Hebelfunktion. Die Optionsprämie und damit der Preis der Option basiert auf der Summe aus dem inneren Wert der Option sowie dem sogenannten Zeitwert. Der Käufer einer Call-Option (Put-Option) rechnet mit einem steigenden (fallenden) Preis des Basiswertes und kommt genau ab dem Zeitpunkt zum Break-even-Punkt, wenn durch den Anstieg (Rückgang) des Preises beim Basiswert mindestens die komplette Optionsprämie verdient wurde. Der Verkäufer einer Call-Option (Put-Option) rechnet hingegen mit fallenden (steigenden) oder konstant bleibenden Preisen, da in diesen Fällen der rationale Rechteinhaber von seinem Recht keinen Gebrauch machen würde und die Optionsprämie vom Stillhalter eingestrichen werden kann.   

Wie wird der Preis von Optionen bestimmt?

Der Preis einer Option ergibt sich aus der Komponente des inneren Wertes sowie des Zeitwerts. Der innere Wert eines Calls errechnet sich aus dem aktuellen Preis des Basiswertes minus dem Basispreis/Ausübungspreis der Option. Beim Put berechnet sich der Optionspreis aus Basispreis/Ausübungspreis minus aktuellem Preis des Basiswertes. Der Zeitwert ist dahingegen schwerer zu fassen und beinhaltet eine Reihe an Einflussfaktoren, darunter massgeblich die Volatilität also Schwankungsbreite des Basiswertes und die Restlaufzeit der Option. 

Die Vor- und Nachteile von Optionen für Anleger

Zu den grossen Vorteilen für risikobewusste Kapitalanleger gehören bei Optionen die Hebelwirkung sowie die Möglichkeit – insbesondere bei Puts und fallenden Märkten – an einem steigenden Zeitwert über den Anstieg der Volatilität zu partizipieren. Daneben haben die Käufer einer Option das Recht aber nicht die Pflicht zur Ausübung der Option, was Handlungsspielräume offenhält. Als grosse Nachteile bei Optionen sind auf jeden Fall die begrenzte Laufzeit und der Zeitwertverlust zu nennen. 

Wie und wo können Optionen gehandelt werden? 

Der Handel von Optionen kann über die EUREX erfolgen, die aus einem Zusammenschluss der Deutschen Terminbörse DTB sowie der Schweizer Terminbörse Soffex hervorging. Einen Zugang zum EUREX-Handel bieten eine Reihe an Brokern, dies häufig auch recht kostengünstig. Auf der Internetseite der EUREX werden standardisiert für einen bunten Strauss an Basiswerten verschiedene Basispreise und Restlaufzeiten angeboten, sowie Informationen zu der Anzahl der gehandelten Kontrakte sowie zum Open Interest gegeben.