Bonus Zertifikate

 

Bonus Zertifikate gehören zu den Partizipationsprodukten. Anleger können mit ihnen vor allem in Seitwärtsphasen und bei leicht fallenden Märkten überdurchschnittlich stark profitieren.


Was sind Bonus Zertifikate?

Bonus Zertifikate werden auf verschiedene Basiswerte wie Aktien, Indizes, Rohstoffe oder Devisen aufgelegt und besitzen meist eine Laufzeit von zwei bis vier Jahren. Sie können dafür genutzt werden, die Rendite in seitwärtstendierenden oder leicht rückläufigen Märkten zu optimieren, da sie in diesen Phasen durch ihre Funktionsweise einem Direktinvestment überlegen sind: Wird während der Laufzeit eine festgelegte Barriere nicht berührt, erhalten Anleger zum Fälligkeitstermin mindestens das eingesetzte Kapital plus einen Bonus ausbezahlt. Nach oben hin sind die Chancen jedoch unbegrenzt.

 

 

Wie funktionieren Bonus Zertifikate?

Bei Emission kosten Bonus Zertifikate meist so viel wie der Basiswert. Bei teuren Basiswerten, wie etwa Indizes, sind die Partizipationsprodukte durch ein spezielles Bezugsverhältnis deutlich günstiger. Produkte auf denselben Basiswert unterscheiden sich vor allem durch die Höhe von Bonus-Level und Barriere. Generell gilt: Je höher das Bonus-Level, desto kleiner ist der durch die Barriere gewährleistete Sicherheitspuffer und umgekehrt.


Das Bonus-Level liegt bei normalen Bonus Zertifikaten immer über dem Kurslevel bei Emission, die Barriere darunter. Wird die Barriere während der Laufzeit nicht berührt oder durchbrochen und liegt der Kurs des Basiswertes zum Verfall unter dem Bonus-Level, erhalten Anleger eine Auszahlung in Höhe des Bonus-Levels. Wird die Barriere hingegen berührt, verwandelt sich das Bonus-Zertifikat in ein normales Tracker-Zertifikat und vollzieht die Wertentwicklung des Basiswerts in alle Richtungen eins zu eins nach. Übersteigt der Kurs zum Laufzeitende das Bonus-Level, partizipieren Anleger unabhängig vom Zustand der Barriere ebenfalls eins zu eins an diesen Kursgewinnen.
Dank einiger Sonderformen gibt es Bonus Zertifikate für jedes Risikoprofil und jede Markterwartung. Mit Reverse Bonus Zertifikaten kann man auf fallende Kurse setzen. Barriere und Bonus-Level sind dabei quasi gespiegelt. Bonus Zertifikate mit Cap bieten eine tiefere Barriere oder einen höheren Bonus, dafür sind die Gewinnchancen in jedem Szenario nach oben gedeckelt. Multi Bonus Zertifikate besitzen mindestens zwei Basiswerte, wobei sich das Auszahlungsprofil am schwächsten Basiswert orientiert.

Wie werden Bonus Zertifikate gehandelt?

Bonus Zertifikate können über die Börse gekauft und verkauft werden, es ist jedoch auch ein ausserbörslicher Direkthandel mit dem Emittenten möglich. Anleger müssen die Zertifikate nicht zwingend bis zum Laufzeitende halten, sie können diese jederzeit verkaufen, um die bis dahin aufgelaufenen Gewinne oder Verluste zu realisieren. Dabei ist zu beachten, dass der Kurs des Bonus Zertifikats sich nicht immer genau wie der Kurs des Basiswertes verhält – zumindest, solange die Barriere nicht berührt wurde. Nähert sich der Kurs des Basiswertes etwa der Barriere, kann der Wert des Bonus Zertifikats bereits deutlich fallen, bevor die Barriere unterschritten wird.

Pro und Contra: Was spricht für und gegen Bonus Zertifikate?

Wenn der Kurs des Basiswerts seitwärts tendiert, erzielen Anleger mit Bonus Zertifikaten einen höheren Gewinn als mit einem Direktinvestment. Fällt der Kurs des Basiswertes ohne die Barriere zu verletzen, ist mit ihnen sogar ein Gewinn möglich, während Aktienbesitzer Verluste machen. Auch bei deutlicheren Kursrückgängen sind die Zertifikate nicht schlechter als die Aktie. Steigt der Basiswert kräftig und überschreitet das Bonus-Level, sind Anleger mit einem normalen Bonus-Zertifikat ebenso an der Kursentwicklung beteiligt wie Besitzer des Basiswertes. Bonus Zertifikate beheben somit die grösste Schwäche von Discount-Zertifikaten, bei denen die Gewinnmöglichkeiten nach oben gedeckelt sind.

Bonus Zertifikate besitzen jedoch auch Nachteile. Handelt es sich bei dem Basiswert um eine Aktie, die eine Dividende ausschüttet, müssen Besitzer des Zertifikats auf diese verzichten. Bei Basiswerten, die in einer ausländischen Währung gehandelt werden, besteht ausserdem ein Währungsrisiko, falls es sich nicht um ein währungsgesichertes Produkt handelt. Daneben besteht auch ein Emittentenrisiko, da Bonus Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen sind. Sollte der Emittent zahlungsunfähig werden, droht den Anlegern der Totalverlust des eingesetzten Kapitals unabhängig von der Performance des Basiswertes.